Am 25.08.2022 hielt Herr Prof. Spranger eine Vorlesung zum Thema „Das Rätsel der Ethikkommissionen“ für Studierende der Biochemie und für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NIFE. Dabei brachte er viele anschauliche Beispiele aus seiner eigenen Erfahrung mit ein. Anschließend wurde dieses Thema, welches in den vergangenen Jahren immer komplexer und daher für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr aufwendig geworden ist, engagiert diskutiert („Top 10 der „Allzeit-Klassiker““). Die Vorlesung fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Entwicklung von Zelltherapeutika: Experimentelle Anwendungen und klinischer Einsatz von adulten Stammzellen“ statt, die von Frau Prof. Dr. Andrea Hoffmann organisiert wird.

Herr Prof. Spranger (Prof.Spranger) ist Jurist, Rechtsanwalt und Leiter eines Zentrums zur Regulierung der modernen Lebenswissenschaften. An der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn lehrt er Öffentliches Recht und Recht der Biotechnologie, an der Universität Düsseldorf lehrt er Medizinrecht. Als Rechtsanwalt berät er Unternehmen, Regulierungsbehörden, Forschungseinrichtungen und Verbände insbesondere bei der Bewertung neuester technischer Entwicklungen.

Prof. Dr. Boris Chichkov von der LUH wurde mit EU-Förderpreis ausgezeichnet

Prof. Dr. Boris Chichkov vom Institut für Quantenoptik wurde mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet. Er ist Wissenschaftler und Mitglied des Exzellenzclusters QuantumFrontiers und ebenfalls Mitglied im Exzellenzclusters PhoenixD.

Die Förderlinie ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) richtet sich an etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem langjährigen herausragenden wissenschaftlichen Lebenslauf, die neue Forschungsfelder erschließen möchten.

Prof. Dr. Boris Chichkov forscht an Laserbiofabrikation von 3D multizellulärem Gewebe mit vaskulärem Netzwerk (Laser-Tissue-Perfuse).

Die Herstellung von dreidimensionalen vaskularisierten Organen ist eine der wichtigsten ungelösten Herausforderungen auf dem Gebiet der Biofabrikation und des Tissue-Engineering. Blutgefäße, die den effizienten Transport von Gas, Nährstoffen und Metaboliten zu und aus Zellen ermöglichen, sind eine Grundvoraussetzung für das Überleben von biologischem Gewebe, sowohl in vitro als auch in vivo nach Transplantation. Um die Komplexität und Struktur von funktionalen Blutkreisläufen zu reproduzieren - von Arterien und Venen bis hin zu mikrometergroßen Arteriolen, Venolen und Kapillaren -, müssen neue Verfahren zur Fertigung von hochaufgelösten, mehrstufigen biologischen Konstrukten entwickelt werden. Zu diesem Zweck werden neue Ansätze auf Basis von laserbasierten Biodruckern und Zwei-Photon-Polymerisation erforscht. Mit dieser einzigartigen Kombination von Verfahren soll zum ersten Mal die Fertigung komplexer vaskulärer Netzwerke gelingen.

Quelle: https://www.uni-hannover.de/de/universitaet/aktuelles/online-aktuell/details/news/hochdotierte-eu-foerderung-zwei-neue-erc-grants-fuer-innovative-forschung/

Copyright der Bilder: Almuth Siefke

Am 08.07.2022 fand der erste Wissenschaftstag der Klinik für Unfallchirurgie im NIFE (Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung) statt. Ziel des Wissenschaftstags war es, den Mitarbeiter*Innen der Klinik einen Überblick über die Forschungsaktivitäten von der Grundlagenwissenschaft bis zu klinischen Projekten zu geben. Besonders erfreulich war die Beteiligung anderer Forschungsgruppen des NIFE. Durch diese Vernetzung kann die Wissenschaft deutlich akzentuierter und optimaler gestaltet werden.

Insgesamt stellten sich an diesem Tag zahlreiche Projektgruppen mit teilweise herausragenden und vor allem zukunftsweisenden Projekten für die Unfallchirurgie vor.

MHH-Forschungsteam will Replantation von Armen und Beinen voranbringen

Copyright: Karin Kaiser

Amputierte, schwer beschädigte Extremitäten – etwa durch Unfälle im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder auch zu Hause – stellen die Chirurgie bei der Versorgung dieser oftmals lebensbedrohlich verletzen Patientinnen und Patienten vor große Herausforderungen. Nur wenige Spezialkliniken sind in der Lage, eine autologe Replantation vorzunehmen, also diese abgetrennten Gliedmaßen so anzunähen, dass sie danach wenigstens eingeschränkt funktionstüchtig sind. Und das gelingt auch nur, wenn die Replantation schnell genug geschieht, da die Extremitäten ohne Blutversorgung nur wenige Stunden überstehen können.

Wie diese sogenannte Ischämiezeit verringert und die abgetrennten Gliedmaßen bis zur Operation besser versorgt werden können, untersuchen Dr. Bettina Wiegmann aus der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) und Professorin Dr. Kirsten Haastert-Talini, Leiterin der Arbeitsgruppe „Periphere Nervenregeneration“ am MHH-Institut für Neuroanatomie und Zellbiologie. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium der Verteidigung für zunächst zwei Jahre mit 520.000 Euro gefördert.

Schaden durch Sauerstoffmangel

„Schwere Extremitätenverletzungen und traumatische Amputationen, sowie zunehmende Tumor- und Gefäßerkrankungen führen in Deutschland jährlich zu etwa 56.000 Amputationen“ sagt Dr. Wiegmann, Leiterin der Arbeitsgruppe „Ex-vivo Organperfusionen“ am Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE), wo das Projekt angesiedelt ist. Meist werden die fehlenden Gliedmaßen durch Prothesen ersetzt. Das liegt im Fall der traumatisch amputierten Gliedmaßen zum einen an der mangelnden Expertise vieler Kliniken für den komplizierten chirurgischen Eingriff der Replantation, bei dem Knochenbrüche versorgt, Blutgefäße wieder angenäht und Nerven verbunden werden müssen. Zum anderen spielt Zeit eine entscheidende Rolle, denn die Schwerverletzten müssen vorrangig stabilisiert werden, damit sie überhaupt überleben. Solange lagert die Extremität auf Eis. „Bis der Patient dann wieder stabil genug für eine weitere Operation ist, können Tage vergehen“, sagt die Medizinerin. „Das überstehen die Extremitäten aber nicht, denn sie erleiden nach einer gewissen Zeit ohne Durchblutung einen Ischämieschaden, bei dem die Zellen durch den Sauerstoffmangel absterben.“

Regenernationsfähigkeit der Zellen erhalten

Das Problem der zeitlich begrenzten Haltbarkeit ohne Blutversorgung kennt die Chirurgin aus der Organtransplantation. Sie war an der MHH-geführten INSPIRE-Studie eingebunden. Dabei wurde nachgewiesen, dass eine andauernde maschinelle Durchspülung mit einer blutähnlichen Perfusionslösung bei Körpertemperatur dazu führt, dass Spenderlungen länger konserviert und weniger geschädigt werden. „Die Lunge wird in einem transportablen Organ‑Care‑System beatmet und an einen künstlichen Blutkreislauf angeschlossen“, erklärt Dr. Wiegmann. Ein ähnliches System will das Forschungsteam nun für die Konservierung der Extremitäten entwickeln. „Wir müssen aber zunächst herausfinden, unter welchen Bedingungen die Körperzellen ihre Regenerationsfähigkeit beibehalten, damit die Extremität nach einer Replantation auch tatsächlich wieder anwächst“, betont Professorin Haastert-Talini. Die besondere Herausforderung ist, dass dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Zellarten wie Fettgewebe, Muskeln, Haut, Bindegewebe und Nervenzellen berücksichtigt werden müssen.

Nervenbrücken konstruieren

In einem ersten Schritt suchen die Wissenschaftlerinnen nun nach der idealen Perfusionslösung, die den Ansprüchen aller Zellen an Nährstoffzusammensetzung, Temperatur sowie Fließdruck und Fließgeschwindigkeit gerecht wird. Doch es genügt nicht, die Extremitäten optimal vorzubereiten und die Blutzirkulation in den Gefäßen und der Muskulatur wiederherzustellen. Auch die getrennten Nerven müssen wieder hergestellt werden, damit Patienten nach einer Replantation den Arm oder das Bein wieder spüren und kontrolliert bewegen können. „Wir wollen optimale Ausgangsbedingungen dafür schaffen, dass die regenerierenden Nervenfasern nicht ungesteuert wachsen und darüber hinaus Nervenbrücken für einen optimierten Anschluss entwickeln“, sagt Professorin Haastert-Talini. Noch sind viele ungelöste Fragen zu klären. Das Ziel haben die Forscherinnen jedoch schon klar vor Augen: Ein Extremitäten‑Care‑System, das zum einen als praktische Kiste in jeden Notarztwagen passt und schwerverletzten Menschen die Chance auf ein Leben ohne Amputation und Prothesen gibt. Zum anderen soll es analog zu der soliden Organtransplantation im Rahmen der allogenen Extremitätentransplantation genutzt werden können.

Autorin: Kirsten Pötzke

Experte für Hörprothetik erhält renommierten ERC-Förderpreis der Europäischen Union

Copyright: Karin Kaiser / MHH

Etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Hörstörungen. Bei Älteren ist Schwerhörigkeit die am häufigsten eingeschränkte Sinneswahrnehmung. Doch bereits Kinder und sogar Neugeborene können unter Hörverlusten leiden, etwa einer Innenohrtaubheit. Dann werden akustische Signale nicht an den Hörnerv weitergeleitet. In diesem Fall können Innenohrprothesen – sogenannte Cochlea-Implantate (CI) – helfen. Sie stimulieren den Hörnerv mit Hilfe von Elektroden. Sowohl bei älteren als auch bei ganz jungen Patientinnen und Patienten kann aber noch ein Resthörvermögen vorliegen, vor allem im Bereich der tiefen Töne.

Wie das Restgehör genauer beurteilt und erhalten werden kann, wie die elektrische Stimulation durch das CI mit der akustischen Signalleitung zusammenwirkt und wie aus diesen Erkenntnissen eine neuartige Hörprothese entwickelt werden kann, will Professor Dr. Waldo Nogueira Vazquez, Leiter der Forschungsgruppe Hörprothetik an der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aufklären. Für sein Projekt „READIHEAR “ erhält der Wissenschaftler jetzt den „ERC Consolidator Grant“ des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC), eine der höchsten für Exzellenz vorgesehene Wissenschaftsförderungen der Europäischen Union. Er wird über fünf Jahre mit insgesamt rund zwei Millionen Euro unterstützt.

Restgehör feststellen und erhalten

Ist ein Restgehör vorhanden, lassen sich Hörgeräte und CI gleichzeitig im selben Ohr anwenden. Bei diesem Konzept der kombinierten elektrisch-akustischen Stimulation (EAS) verstärkt das Hörgerät die tiefen Frequenzen akustisch, während das CI die mittleren und hohen Frequenzbereiche elektrisch stimuliert. Das Innenohr verarbeitet die akustischen und elektrischen Reize gleichzeitig. Der Nachteil: Beim Einsetzen des CI können die sehr empfindlichen Strukturen der Cochlea und damit auch das Restgehör geschädigt werden. Der Wissenschaftler will nun objektive Diagnoseinstrumente entwickeln, die feststellen, wieviel Hörpotenzial insbesondere bei Neugeborenen überhaupt vorhanden ist und die gleichzeitig das Tieffrequenzhören während des Einsetzens überwachen.

Wechselwirkung zwischen Hörgerät und Cochlea-Implantat

Um Restgehör und CI dann optimal aufeinander abzustimmen, will Professor Nogueira Vazquez die grundlegenden Wechselwirkungsmechanismen zwischen elektrischer und akustischer Stimulation über die komplette Hörbahn von der Cochlea bis zum auditorischen Kortex im Gehirn untersuchen. „Darüber hinaus wird READIHEAR eine neuartige Hörprothese erproben, die sich die Wechselwirkungsmechanismen zwischen akustischer und elektrischer Stimulation durch minimalinvasive Elektroden zunutze macht“, erklärt er. Die sollen dann nicht mehr wie bisher tief im Inneren der Cochlea liegen, sondern am Eingang oder sogar vollkommen außerhalb. „Hörverlust beeinträchtigt den Informationsaustausch erheblich und kann bei den Betroffenen Frust, Einsamkeit und Isolation verursachen“, sagt Professor Nogueira Vazquez. Die neuen Entwicklungen werden einer großen Zahl von Menschen mit Hörverlust über die gesamte Lebensspanne hinweg zugutekommen, ist er überzeugt. „Das betrifft Kleinkinder, die von einer verbesserten Hördiagnostik profitieren werden, bis hin zu älteren Menschen, denen die neue schonendere EAS-Technologie zur Behandlung ihres altersbedingten Hörverlustes hilft.“

Stichwort Cochlea Implantat: Bei Innenohrtaubheit oder hochgradiger Schwerhörigkeit kann ein Cochlea-Implantat (CI) helfen. Voraussetzung ist, dass der Hörnerv selbst noch intakt ist. Das CI fängt die Schallwellen von außen über ein Mikrofon ein. wandelt sie in elektrische Signale um und überträgt sie an die Elektroden in der Hörschnecke (Cochlea). Diese stimulieren verschiedene Abschnitte des Hörnervs, der die Reize dann zum Gehirn weiterleitet, wo der eigentliche Höreindruck entsteht.

SERVICE:

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Waldo Nogueira Vazquez, nogueiravazquez.waldo@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-8025.

Wanka: Großprojekt der drei hannoverschen Hochschulen bundesweit einmalig - Bund und Land Niedersachsen tragen Löwenanteil von 60 Millionen Euro Kosten - Professoren Bitter-Suermann und Welling mit Ehrendoktorwürde ausgezeichnet
(Von links) Professor Dr. Christopher Baum, Dr. Gerhard Greif, Professor Dr. Volker Epping, Bürgermeister Thomas Hermann, Stephan Weil, Professorin Dr. Johanna Wanka und Dr. Manfred Elff

Neu eröffnet: Das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und -entwicklung (NIFE) ist ein gemeinsames biomedizintechnisches Großprojekt der drei hannoverschen Universitäten, das im neuen Gebäude Forschern und Entwicklern aus allen wissenschaftlichen Bereichen eine bestens ausgestattete Laborlandschaft bietet: Darin sollen die Implantate von morgen entwickelt werden.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, hat  bei der Eröffnung des NIFE am Donnerstag, 26. Mai 2016, die herausragende Expertise des Standortes Hannover hervorgehoben. „Das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung, kurz NIFE, steht beispielhaft für die hohe Innovationskraft der Biomedizintechnik-Forschung in Deutschland. Mit dem Fokus auf medizintechnische Innovationen an der Schnittstelle zwischen Medizin, Biologie und Ingenieurwissenschaften wird es tatkräftig zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen“, sagte sie. „Das NIFE ist bundesweit einmalig.“

Weil: Nationales wie internationales Leuchtturmprojekt

Der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil betonte die internationale Bedeutung der Landeshauptstadt Hannover als einen der führenden Standorte biomedizinischer Forschung und Entwicklung. Mit dem Biomedizintechnik-Zentrum folge die Landesregierung der forschungspolitischen Agenda von 2015, in Niedersachsen die großen Herausforderungen in den Mittelpunkt der Förderung zu stellen, um die Forschungsstärken in Zukunftsfeldern auszubauen. Er erwarte, dass das NIFE in Zukunft als ein nationaler wie internationaler Leuchtturm der Biomedizintechnik und Implantatforschung wahrgenommen werde.

Dem Zentrum möge die Verzahnung von Grundlagenforschung und potenzieller klinischer Anwendung bestmöglich gelingen, sagte Weil. Damit werde auch eine verbesserte klinische Versorgung möglich. Das Land unterstütze damit die gesamte Forschung von der Entwicklung neuer Implantate bis zu deren klinischer Anwendung. Weil hob die Unternehmenskooperationen mit dem NIFE hervor, die dem Standort auch in wirtschaftlicher Hinsicht weitere Impulse verleihen würden.

280 Wissenschaftler forschen auf 7.000 Quadratmetern

Rund 60 Millionen Euro haben Bau und Erstausstattung des neuen Forschungszentrums gekostet, davon tragen 53,8 Millionen Euro je zur Hälfte das Land Niedersachen und der Bund, weitere 6,5 Millionen Euro finanziert die Braukmann-Wittenberg-Stiftung für den kardiovaskulären Bereich. Der Neubau befindet sich im Medical Park am Stadtfelddamm unweit der MHH. Auf einer Laborfläche von 7.000 Quadratmetern werden etwa 280 Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover innovative Implantate und Strategien im Kampf gegen Implantat-assoziierte Infektionen entwickeln.

„Hier werden neue Wege der Implantat-Technologie erschlossen“

"Hier in Hannover wurde ein Implantat-Forschungszentrum geschaffen, das in Größe und Fokussierung einzigartig ist und damit weit über Hannovers oder Niedersachsens Grenzen hinausstrahlen wird. Dabei garantieren die beteiligten Wissenschaftler durch ihre nachgewiesene Forschungsexzellenz, zum Beispiel in den Exzellenzclustern REBIRTH und Hearing4all, dass für Industriekooperationen und noch wichtiger, in der Folge auch bei der Patientenbehandlung, neue Wege der Implantat-Technologie erschlossen werden können“, betonte der NIFE-Vorstandssprecher Dr. Manfred Elff.

Für die Landeshauptstadt Hannover stellte Bürgermeister Thomas Hermann die enge Kooperation von gleich drei hannoverschen Universitäten heraus. „Hannover hat in vielen wissenschaftlichen Bereichen und insbesondere auch in der Biomedizin Spitzenleistungen zu bieten, die jetzt in einzigartiger Weise zusammengeführt werden. Mit dem neuen Zentrum NIFE im Medical Park bekommt der Wissenschafts- und Medizinstandort Hannover nicht zuletzt dank der Förderung von Bund und Land ein neues Glanzlicht."

Hochschulen bündeln ihre Forschungskompetenzen

Die Verbundpartner bündeln in dem Neubau ihre Forschungskompetenzen. Die MHH bringt ihre Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Biomedizintechnik, Regenerative Medizin und Immunologie/Infektiologie ein. MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum hebt die große Bedeutung der Interdisziplinarität hervor: „Die MHH steht für Qualität und Innovation. Die Implantatforschung erfordert besonders umfangreiche interdisziplinäre Kooperationen. Daher schafft die Einbindung des NIFE in unseren Campus hervorragende Bedingungen für exzellente Wissenschaft zum Wohle der Patientinnen und Patienten.“

Die Leibniz Universität Hannover steuert ihr Fachwissen in den Bereichen Ingenieur- und Materialwissenschaften bei. Professor Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover, lobt die hervorragende Kooperation der Hochschulen am Standort Hannover: „Der Biomedizintechnik wird der Status einer Schlüsseltechnologie zugeordnet, die aufgrund des stetig wachsenden Marktes einen steigenden Bedarf an analytischen, diagnostischen, fertigenden und verfahrenstechnischen Instrumenten aufweist.

Um den Anforderungen dieses zukunftsträchtigen Marktes gewachsen zu sein, ist eine kooperative, die Fachbereiche übergreifende Zusammenarbeit zur Lösung der interdisziplinär verknüpften Aufgaben unumgänglich. Insbesondere der an der Leibniz Universität angesiedelte Maschinenbau und Teile der Naturwissenschaften bringen aus diesen Bereichen notwendigen Kompetenzen in den Verbund ein."

Hinzu kommen die biologischen Prüfmodelle der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. „In der Zellkultur und mit Tiermodellen prüfen unsere Wissenschaftler neue Verfahren. Die Entwicklungen in der Humanmedizin kommen langfristig häufig auch den Patienten in der Tiermedizin zugute. Gerade innovative Implantate können die Behandlungsoptionen unserer Patienten verbessern“, ergänzt Dr. Gerhard Greif, Präsident der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

Professoren Bitter-Suermann und Welling mit Ehrendoktorwürde ausgezeichnet

Während der Eröffnungsveranstaltung wurden die Professoren Dieter Bitter-Suermann und Herbert Welling mit Ehrendoktorwürden ausgezeichnet. Der frühere MHH-Präsident Professor Dr. Bitter-Suermann erhielt den Ehrendoktor der Leibniz Universität Hannover für seine Verdienste im Brückenschlag zwischen Naturwissenschaften und Medizin. Er gilt mit dem damaligen Präsidenten der Leibniz Universität, Professor Dr. Erich Barke, als einer der Gründungsväter des NIFE, die vor acht Jahren das Projekt des gemeinsamen Forschungszentrums gestartet hatten.

Professor Dr. Herbert Welling erhielt die Ehrendoktorwürde der MHH. Der Physiker hatte im Jahr 1970 die  Laser-Forschung an der Universität Hannover etabliert und 1986 das Laser Zentrum Hannover  mit gegründet.

Quelle: Presse und Öffentlichkeitsarbeit MHH, Fotos: Kaiser

Wirtschaftsminister Lies und Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajić haben den Preis des Innovationsnetzwerks Niedersachsen vergeben.

Den 1. Platz hat die Kooperation aus Ordermed GmbH (Buchholz in der Nordheide), BioRegioN (Hannover), Medizinischen Hochschule Hannover und dem Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) erhalten, für die Entwicklung des elektronischen Implantatausweises ImplantCard.

Anfang Mai 2016 wird an der MHH ein Pilotprojekt zur Anwendung dieses Ausweises beginnen.

Copyright: Foto: WWW.SCHEFFEN.DE

Chemieprofessor an der Leibniz Universität Hannover wird für interdisziplinäre Lehre und Forschung ausgezeichnet

Professor Thomas Scheper aus dem Institut für Technische Chemie der Leibniz Universität Hannover ist am Mittwoch, 15. Oktober 2014, mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2014 ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung wird Scheper für sein Engagement im Bereich der interdisziplinären Forschung im Bereich Tissue Engineering und Biomedizin sowie für seine Beiträge zur Internationalisierung von Lehre und Studium gewürdigt. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Schepers Forschungsarbeiten im Bereich des Tissue Engineering und in der Biomedizintechnik führten mit zur Bewilligung des vom Land Niedersachsen geförderten Projekts „Biofabrication for NIFE (Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung)“. In diesem Projekt werden Kompetenzen verschiedener Institute hannoverscher Hochschulen (MHH, HMTMH und Leibniz Universität Hannover) im Bereich Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften gebündelt. Besonders wichtig ist hierbei der Bereich der partizipativen Forschung: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen sowohl Wirkung als auch Akzeptanz der eigenen Arbeit auf die Bevölkerung erforschen. „Es geht darum, nicht nur interdisziplinär Forschung zu betreiben, sondern auch frühzeitig die Ängste oder Wünsche der potenziellen Nutznießer zu beachten und darauf einzugehen“, sagt der Chemiker, der seit 1995 an der Leibniz Universität lehrt.

Im Bereich Lehre hat Prof. Thomas Scheper den ersten konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengang „Life Science – Cells and Molecules“ in Niedersachsen gestaltet. Mit der Initiierung des Studierendenaustauschs zwischen der Leibniz Universität Hannover und dem Technion in Haifa/Israel trägt Scheper maßgeblich zur Internationalisierung in der Lehre bei. Mittlerweile ist dieses Austauschprogramm etabliert und auf weitere niedersächsische Hochschulen ausgedehnt worden. Ziel ist es, jährlich zehn bis zwölf Studierende nach Israel zu vermitteln. Einen Großteil seines Preisgeldes möchte der Professor für dieses Projekt spenden.

Der Wissenschaftspreis Niedersachsen wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität oder Hochschule vergeben. Ausgezeichnet werden Personen, die bereits seit einer gewissen Zeit eine Professur innehaben und besondere Leistung in beispielsweise hochschulübergreifenden Forschungsschwerpunkten, Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Entwicklungen in Lehre und Studium o.ä. erbracht haben.

Quelle: (Leibniz Universität Hannover, Mechthild Freiin von Münchhausen)

Um medizinische Ideen und wissenschaftliche Erkenntnisse besser in die Praxis der Patientenversorgung umzusetzen, müssen Ärzte und Wissenschaftler frühzeitig die Themen Patentanmeldung, Zulassung, klinische Studien und Überführung in die Erstattungssysteme berücksichtigen. Das machten die Experten der BVMed-Sonderveranstaltung "Translation: Wissenschaft und Ökonomie – ein Widerspruch?" am 27. Mai 2014 im Medical Park in Hannover deutlich.

Eine Herausforderung sei es, die Forschung stärker am Bedarf in der Patientenversorgung auszurichten. Forscher müssten dabei ihre Ergebnisse nicht nur publizieren, sondern auch patentieren. Und sie müssten ökonomischen Sachverstand frühzeitig einbeziehen. Ein wichtiger Aspekt der erfolgreichen "Translation" ist das Vermitteln von Wissen über regulatorische Anforderungen und klinische Studien. Zum Beginn eines Translationsprozesses müsse die präzise Zielsetzung und Planung des Prozesses stehen, so die Experten. Weitere Erfolgsfaktoren sind eine Strategie zur Kostenerstattung, eine professionelle Studienplanung, um Evidenz zu generieren, und eine Strategie hinsichtlich Marktzugang, Vermarktung und Vertriebswegen. Wichtig sei auch, frühzeitig Schlüsselkunden in der Ärzteschaft zu gewinnen, die das Produkt unterstützen, sowie Vergleichstherapien zu identifizieren, um den Nutzen der Innovationen nachzuweisen.

Ingelore Hering vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium betonte die Bedeutung der Medizintechnik für das Land Niedersachsen. Man sei insbesondere in der Material-, Laser- und Implantate-Forschung sehr gut aufgestellt. Die Herausforderung sei, die Forschung stärker am Bedarf auszurichten und die Forschungsergebnisse dann in erfolgreiche Unternehmensgründungen umzusetzen. Zu den Erfolgsfaktoren gehören Kooperationsplattformen im klinischen Bereich und der Aufbau von Technologiezentren im Umfeld von wissenschaftlichen Einrichtungen. Ziel des Medical Parks in Hannover, in dem die Konferenz stattfand, sei es, Wissenschaft und Unternehmen "Tür an Tür" zu bringen, um sich gegenseitig zu befruchten, so Hering. Sie schlug zudem vor, den nationalen Strategieprozess Medizintechnik auf die Ebene der Bundesländer herunterzubrechen.

Dr. Manfred W. Elff stellte das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) in Hannover vor. Elff ist Vorstandsvorsitzender des Zentrums und zudem BVMed-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer von Biotronik in Berlin, einem Hersteller von Herzschrittmachern. Das Zentrum wurde im November 2008 als gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibnizuniversität, der Tierärztlichen Hochschule und des Laser Zentrums Hannover gegründet, um die Kompetenzen der Implantatforschung an einem Standort zu bündeln. Im Umfeld der MHH entstehen zahlreiche Einrichtungen, um Forschung und Industrie nebeneinander anzusiedeln.

Thom Rasche, Partner bei Earlybird Venture Capital, führte in Finanzierungsaspekte ein. Venture Capital sind Eigenkapitalmittel, die von öffentlichen und privaten Geldgebern gestellt werden, um in gute Ideen zu investieren. Venture Capital ist damit ein "Saatgut-Finanzierer" für junge Unternehmensgründungen. Die Fonds sind in der Regel auf zehn Jahre beschränkt. Wichtig ist die Beurteilung, ob die Idee vermarktbar ist und die Ideengeber die Managementqualitäten haben, um sie kommerziell umzusetzen. Das "erste Geld" zur Unternehmensgründung ist in Deutschland ausreichend vorhanden, beispielsweise durch den High-Tech-Gründerfonds. Probleme gibt es bei der zweiten Finanzierungsphase von 15 bis 20 Millionen Euro, um die Innovation in die Praxis zu bringen. An die deutsche klinische Forschung appellierte Rasche, nicht nur an Publikationen, sondern auch an Patentanmeldungen zu denken. "Die Forschung sollte enger auch mit ökonomischem Sachverstand verzahnt werden. Kaufleute müssen früh dabei sein, um gute Forschungsergebnisse marktfähig zu machen", so Rasche.

Die Kultur zwischen Ärzten und Industrie müsse in Deutschland weiter entwickelt und verbessert werden, forderte Prof. Dr. Axel Haverich, Ärztlicher Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Ärzte dürften ebenso wenig Berührungsängste haben wie Forscher. Dies sei ein langwieriger Entwicklungsprozess. Beispiel Forscher: Sie müssten nicht nur publizieren, sondern auch patentieren. Als Beispiel für Innovationen aus der klinischen Praxis, die mit Hilfe der Industrie umgesetzt werden, nannte Haverich das Thema "Tissue Engineering". Es handelt sich dabei um Gewebezüchtung durch autologe Zellen auf einer Matrix. In Hannover werden beispielsweise mitwachsende Herzklappen entwickelt. Sie basieren auf körpereigenen Zellen und gehören damit zur individualisierten Medizin. "Auf diese Innovationen sind die regulatorischen Anforderungen in Deutschland aber nicht eingestellt", so Haverich. Haverich plädierte für neue Kooperationsformate, um Forscher, Kliniker, Industrie und Regulierer an einen Tisch zu bringen – mit dem gemeinsamen Ziel, "Innovationen auf die Straße zu bringen".

Die Translationsallianz "TRAIN" in Niedersachsen stellte der Forscher Prof. Dr. Ulrich Kalinke vor. Er ist Geschäftsführender Direktor des TWINCORE Zentrums für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung in Hannover. Ziel des regionalen Kompetenznetzwerkes ist es, gute Ideen aus der Grundlagenforschung zu identifizieren und zu entwickeln. "TWINCORE schlägt die Brücke zwischen der Grundlagenforschung und der klinischen Anwendung", so Kalinke. Bevor das Knowhow gebündelt werden könne, bedürfe es aber einer guten Infrastruktur, beispielsweise über den Bau von Innovationszentren. Zu den Netzwerken gehören das "Clinical Research Center" (CRC) oder das Biomolekulare Wirkstoffzentrum (BMWZ). "Hier entwickeln sich enorme Möglichkeiten", so der Forscher optimistisch. Ein wichtiger Aspekt der erfolgreichen Translation ist das Vermitteln von Wissen über regulatorische Anforderungen und klinische Studien.

Das Konzept des Clinical Research Center Hannover (CRC) als Teil des TRAIN-Verbundes stellte Prof. Dr. Norbert Krug vor. Er ist Ärztlicher Direktor am Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin. Das CRC soll ein "professionelles Testzentrum" für klinische Studien in der frühen Phase sein, um Forschungsergebnisse in die klinische Praxis zu überführen. Wichtig sei es, dass sich die Probanden im Zentrum wohl fühlen und gut behandelt werden, damit sie die Teilnahme an der Studie über einen Zeitraum von vier Wochen erfolgreich gestalten können. Das Zentrum verfügt dafür auch über eine Übernachtungsstation für Verwandte im Hotelstil. Im CRC können zudem zahlreiche medizintechnische Spezialuntersuchungen durchgeführt werden. Zur "synergistischen Nutzung der Infrastruktur" im CSC gehören Ambulanzen, Forschungsstationen, Biobank, Labore und Imaging, um künftig auch Zulassungsstudien durchführen zu können. Es soll zudem ein Veranstaltungszentrum und Treffpunkt für Wissenschaftler sein, so Krug.

Wie können Forschungsergebnisse besser umgesetzt werden? Unterstützung beim Technologietransfer leistet Dr. Christian A. Stein, Geschäftsführer von Ascenion in München. Ein wichtiger Aspekt: die Patentierung der Idee. Stein empfahl, früh mit Experten zu sprechen und die Idee nicht auf Kongressen vorzuveröffentlichen. "Nach der Veröffentlichung ist ein Patentschutz nicht mehr möglich", so der Experte. Ein Technologietransferbüro helfe dem Forscher oder dem Arzt beim Erstellen einer Erfindungsmeldung und beim Einreichen der Patentanmeldung. Patentiert werden können Stoffe und neue Stoffzusammensetzungen, Verwendungen, biochemische Prozesse oder Methoden, Produktionsprozesse, diagnostische Prozesse oder Software mit technischem Charakter. Nicht patentiert werden können wissenschaftliche Theorien, Entdeckungen, Algorithmen, Software ohne technischen Charakter, aber auch klinische Behandlungen – im Unterschied zu den USA. Das Patent kann der Ausgangspunkt für Unternehmensgründungen, Lizenzen oder Kooperationen sein. Ein Verkauf führt zum vollständigen Transfer der Rechte.

Erfolgreiche Unternehmensgründer präsentierten Fallbeispiele "von der Idee zum Medizinprodukt" aus dem Medical Park in Hannover:

Prof. Dr. Moritz N. Wente, Chief Medical Officer von Aesculap in Tuttlingen, veranschaulichte am Beispiel des medikamentfreisetzenden Ballonkatheters (DEB), dass der Weg von der Idee zum Patienten aufwändig und langwierig sein kann. Im konkreten Fall waren es neun Jahre. Ausgangspunkt war die universitäre Forschung. Nach Entwicklung der Technologie waren die nächsten Schritte der tierexperimentelle Wirkungsnachweis, die klinische Prüfung, das CE-Zulassungsverfahren für ein Kombinationsprodukt sowie letztlich die CE-Zulassung für das Produkt. Ein zunehmendes Problem sei der Nachwuchsmangel, nicht nur bei den Medizinern, sondern auch im Ingenieursbereich. Wente stellte daher verschiedene Modelle für die Nachwuchsförderung vor. So kooperiere Aesculap mit dem Hochschulcampus Tuttlingen, um die jungen Menschen zur Ausbildung in die Region zu holen. Das Programm "Industry on Campus Professor" helfe beim Schulterschluss zwischen Universität und Unternehmen. Im Rotationsverfahren arbeite man hier halb im Unternehmen und halb in einem Forschungsprojekt.

Eine zweite Industriesicht präsentierte Dr. Jürgen O. Böhm, Vorstand und Medizinischer Direktor von Xenios in Heilbronn. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die extrakorporale Zirkulation. Die Tochter medos entwickelt Lösungen für die Herzchirurgie und Kardiotechnik mit einem modularen Herz-Lungen-Maschinensystem. Die Tochter Novalung entwickelt Produkte zur interventionellen Lungenunterstützung. Unabdingbar sei am Beginn eines Translationsprozesses die präzise Zielsetzung und Planung des Prozesses. Eine kritische Phase sei insbesondere für die mittelständischen Unternehmen die Zulassungsphase, die zahlreiche Unwägbarkeiten mit sich bringt. Zudem würden die Anforderungen an den Nutzennachweis und damit an die Studienplanung steigen.

Peter Hartung vom Engineering-Dienstleister Seleon verdeutlichte, dass der Zulassungsprozess bei Medizinprodukten sehr komplex sei. Dazu gehören unter anderem eine frühzeitige Nutzen-, Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsprüfung, die Definition der Anforderungen, der Nachweis der Funktion und Sicherheit und der Nachweis der klinischen Wirksamkeit. Bei komplexen Produkten sind die Anforderungen aus anwendbaren Normen sehr umfangreich. Die Anforderungen an die klinische Bewertung und Prüfung von Medizinprodukten sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Hartung empfahl, schon zu Beginn der Produktentwicklung eine klinische Bewertung vorzunehmen. Durch die derzeit diskutierte europäische Medizinprodukte-Verordnung kämen auf die Hersteller mehr Bürokratie und höhere Kosten zu, ohne mehr Patientensicherheit zu schaffen.

Nicht jede Invention sei auch eine Innovation, die den Menschen helfe, argumentierte Dr. Jan Helfrich, Vorstandsreferent bei der Krankenkasse DAK-Gesundheit in Hamburg. Deshalb müssten die Anforderungen an die Nutzenbewertung von Medizinprodukten erhöht werden. Wünschenswert sei der Vergleich mit der Standardtherapie. Die klinische Studie müsse ergänzt werden um Versorgungsforschung unter Alltagsbedingungen. "Wir brauchen eine echte Nutzenbewertung aus der Patientensicht in der Versorgungswirklichkeit und eine Preisbildung anhand des Zusatznutzens", so Dr. Helfrich. Er plädierte zudem für eine schnelle Erprobung von Innovationen unter Studienbedingungen in Zentren. So könnte einer ungebremsten Leistungsausweitung bei zweifelhafter Qualität entgegengewirkt werden.

Moderiert wurde die BVMed-Konferenz von der medizinischen Fachjournalistin Renate Harrington aus Hamburg

(Quelle: BVmed)

Mehr Bilder zu der Veranstaltung finden sie unter folgendem link

http://www.bvmed.de/de/bvmed/mediathek/bilder-veranstaltungen/translation-wissenschaft-und-oekonomie

Wissenschaftsministerin: Neues Forschungszentrum für 61 Millionen Euro ist weiterer Meilenstein / Biomedizintechnik und Implantate stehen im Mittelpunkt

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, hat beim Richtfest des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) die internationale Bedeutung der Landeshauptstadt Hannover als einen der führenden Standorte biomedizinischer Forschung und Entwicklung hervorgehoben. "Die Biomedizintechnik und Implantatforschung ist seit mehr als zehn Jahren ein Schwerpunkt der hannoverschen Universitäten und des Laserzentrums Hannover. Das ehrgeizige Programm des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik macht Hannover zu einem internationalen Schwergewicht auf dem zukunftsträchtigen Forschungsfeld der Implantatforschung", sagte die Ministerin am Donnerstag beim Richtfest.

Rund 61 Millionen Euro kosten Bau und Erstausstattung des neuen Forschungszentrums, davon tragen 53,8 Millionen Euro je zur Hälfte das Land Niedersachen und der Bund, weitere 6,5 Millionen Euro finanziert die Braukmann-Wittenberg-Stiftung. Der Neubau entsteht im Medical Park am Stadtfelddamm unweit der MHH. Auf einer Laborfläche von 7.000 Quadratmetern werden Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und des Laser Zentrum Hannover innovative Implantate und Strategien im Kampf gegen Implantat-assoziierte Infektionen entwickeln. "Das NIFE ist ein erstklassiger Kristallisationspunkt interdisziplinärer Wissenschaft und bietet hervorragende Chancen für hochschulübergreifende Kooperationen in einem bedeutenden Forschungsfeld. Wir freuen uns riesig, bald in diesem neuen Ambiente arbeiten zu können", sagte Professor Dr. Christopher Baum, MHH-Präsident und Vorstand für Forschung und Lehre.

NIFE ist das erste gemeinsame biomedizintechnische Großprojekt der drei hannoverschen Hochschulen, das im neuen Gebäude Forschern und Entwicklern aus allen wissenschaftlichen Bereichen eine bestens ausgestattete Laborlandschaft bieten wird. In Sonderforschungsbereichen, den beiden Exzellenzclustern REBIRTH und Heraring4all sowie auch neuen Forschungsvorhaben, wie dem von der Volkswagen-Stiftung geförderten Projekt Biofabrication for NIFE, wird die hervorragend funktionierende Kooperation bei der Implantat-Forschung über Fach- und Hochschulgrenzen hinweg bereits heute belegt.

"Hannover und Niedersachsen können stolz darauf sein, ein derartiges Leuchtturmprojekt der Implantatforschung als wichtigen Wissenschafts- und in der Folge auch Wirtschaftsfaktor hier im Medical Park an den Start bringen zu können", betonte der NIFE-Vorstandssprecher Dr. Manfred Elff.

Die Verbundpartner bündeln in dem Neubau ihre Forschungskompetenzen. Die MHH bringt ihre Expertise der Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Biomedizintechnik, Regenerative Medizin und Immunologie/Infektiologie ein, die Leibniz Universität Hannover steuert ihr Fachwissen in den Bereichen Ingenieur- und Materialwissenschaften bei, hinzu kommen die biologischen Prüfmodelle der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und die Expertise des Laser Zentrum Hannover. Derzeit sind die Forscher noch auf 18 Institute an acht Standorten über die Region Hannover verteilt, von 2015 an sollen die 300 Wissenschaftler - darunter 80 Ingenieure und Physiker - dann am Stadtfelddamm unter einem Dach arbeiten.

Professor Dr. Erich Barke, Hans-Gerd Aper, Ministerpräsident David McAllister, Elke Breier, Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Dr. Manfred Elff und Dr. Gerhard Greif

Ministerpräsident: Neues Forschungszentrum für 60 Millionen Euro ist weiterer Meilenstein / Biomedizintechnik und Implantate stehen im Mittelpunkt

Der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister hat am Donnerstag (20. Dezember) beim ersten Spatenstich für das neue Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) die Kooperation von Medizinern und Ingenieuren zum Wohle der Patienten gelobt. „Mit insgesamt 15 erfolgreichen Forschungsbauten seit 2007 belegt Niedersachsen hinter Baden-Württemberg und vor Bayern bundesweit einen Spitzenplatz“, sagte er weiter. „Auch der Neubau des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung – NIFE – wird vom Wissenschaftsrat als Forschungsbau anerkannt und gefördert. Das zeigt: Niedersachsen ist erfolgreich in der Hochleistungsforschung. Es ist auch ein Beleg für die gute Zusammenarbeit unseres Wissenschaftsministeriums mit den Hochschulen. Der Neubau des NIFE ist dabei ein weiterer Meilenstein.“

Die Kosten für den Neubau betragen 60 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen und der Bund investieren jeweils 27 Millionen Euro. Der Ministerpräsident dankte der Brauckmann-Wittenberg-Herz-Stiftung, die das Projekt mit weiteren sechs Millionen Euro unterstützt. Auf einer Laborfläche von 7.000 Quadratmetern werden Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und des Laser Zentrum Hannover innovative Implantate und Strategien im Kampf gegen Implantat-assoziierte Infektionen entwickeln.

NIFE ist das erste gemeinsame biomedizintechnische Großprojekt der drei hannoverschen Hochschulen. „Es ist das Sahnehäubchen auf einer Entwicklung, die schon vor mehr als zehn Jahren begonnen hat“, sagte MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. Zwei Sonderforschungsbereiche, in deren Fokus die Entwicklung von biokompatiblen Implantaten stehe, und die Exzellenzcluster „REBIRTH“ zu Regenerativer Medizin und „Hearing4all“ zur Hörforschung belegten die hervorragende Grundlagenforschungs-Expertise und Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. NIFE-Vorstandssprecher Dr. Manfred Elff betonte, dass die einzigartige Konstellation eines international anerkannten Exzellenzprofils im Bereich der translationalen Implantatforschung mit dem Neubau nun auch eine eigene Adresse bekommen werde. „Dadurch wird – wahrscheinlich weltweit erstmals – hier in Hannover die Voraussetzung für die Entwicklung innovativer Implantate über viele Organsysteme mit deutlich verbesserter Funktionalität und Langzeitverträglichkeit geschaffen“, sagte Dr. Elff. 

Die Verbundpartner bündeln in dem Neubau mit einer Gesamtfläche von 13.200 Quadratmetern ihre Forschungskompetenzen. Die MHH bringt ihre Expertise der Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Biomedizintechnik, Regenerative Medizin und Immunologie/Infektiologie ein, die Leibniz Universität Hannover steuert ihr Fachwissen in den Bereichen Ingenieur- und Materialwissenschaften bei, hinzu kommen die biologischen Prüfmodelle der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und die Expertise des Laser Zentrum Hannover. Derzeit sind die Forscher noch auf 18 Institute an acht Standorten über die Region Hannover verteilt, von 2015 an sollen die 300 Wissenschaftler – darunter 80 Ingenieure und Physiker – dann am Stadtfelddamm unter einem Dach arbeiten. „Das ist einmalig in Deutschland, sonst hätte der Wissenschaftsrat das Projekt nicht gefördert“, betonte Professor Dr. Bitter-Suermann. „Das wird der anwendungsnahen Implantatforschung einen neuen Schub geben.“

V. i. S. d. P.: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der MHH  

Die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) im VDE hat im Zuge ihrer konstituierenden Vorstandssitzung am 5.3.2013 in Frankfurt am Main ihren neuen Vorsitzenden für die Amtsperiode 2013 bis 2015 gewählt. Neuer Vorsitzender der DGBMT ist Herr Prof. Prof. h.c. Dr. med. Thomas Lenarz. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Thomas Schmitz-Rode und Dr. Olaf Such ins Amt berufen.

Die DGBMT fördert die Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Ärzten in Forschung, Entwicklung, Anwendung und Lehre. Dabei sollen der Wissensaustausch in den unterschiedlichen Fachdisziplinen der biomedizinischen Technik unterstützt, Synergien für künftige Entwicklungen stärker genutzt und der Transfer neuer Technologien in die medizinische Anwendung beschleunigt werden. Diese sowohl für die Verbesserung der Patientenversorgung als auch für den Innovationsstandort Deutschland wichtige Arbeit wird durch die Expertenbeiträge und das Engagement der DGBMT-Mitglieder in den einzelnen Fachausschüssen, Arbeitsgruppen, Projekten und Initiativen der Fachgesellschaft ermöglicht und kontinuierlich weiterentwickelt.

Der Vorstand der DGBMT ist interdisziplinär zusammengesetzt und repräsentiert sowohl die naturwissenschaftlich-technischen als auch die biologisch-medizinischen Fachdisziplinen. Vertreter aus Forschung, klinischer Anwendung und Industrie sind im DGBMT-Vorstand gleichermaßen vertreten. Der DGBMT-Vorstand für die Jahre 2013 bis 2015 setzt sich aus neun Experten zusammen:

Weitere Informationen zum Vorstand der DGBMT unter: www.dgbmt.de/vorstand

Die DGBMT ist Teil des VDE-Netzwerks. Mit rund 36.000 Mitgliedern zählt der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. zu den großen technisch-wissenschaftlichen Verbänden Europas.

(Quelle:DGBMT)

Tief beeindruckt von ihrem Besuch in der MHH im November 2012 spiegelt die Kanzlerin ihre Eindrücke mit folgenden Sätzen in ihrer Neujahrsansprache zum Jahreswechsel am 31.12.2012 wieder:

»… Dazu möchte ich Ihnen von zwei kleinen medizinischen Wundern erzählen: Ich habe vor kurzem einen 10-jährigen Jungen kennengelernt, der fast taub zur Welt kam. Dann erhielt er ein hochmodernes Implantat. Heute kann er Musik hören und ohne Probleme die Schule besuchen.

Ich bin auch einer jungen Frau begegnet, die seit drei Jahren mit einer mitwachsenden Herzklappenprothese lebt. Damit kann sie Sport machen und ein normales Leben führen.

Das sind kleine medizinische Wunder. Sie sind der Erfolg unserer Forscher. Für den Jungen und die Frau bedeutet Forschung sein Hören und ihren Herzschlag. Es bedeutet Alltag und Lebensqualität.

Für unser Land bedeutet Forschung Arbeitsplätze. Wenn wir etwas können, was andere nicht können, dann erhalten und schaffen wir Wohlstand…«

Die Bundeskanzlerin hat am 27.11.2012 die MHH besucht. Der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister hatte Dr. Angela Merkel in die Hochschule eingeladen, um ihr die Spitzenforschung und -versorgung zu zeigen. MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann führte die Gäste zu den beiden Exzellenzclustern. 

Professor Dr. Thomas Lenarz präsentierte mit seinem Team die Hörforschung und Versorgung an der MHH. Professor Dr. Axel Haverich zeigte mit seinem Team die neuesten Erkenntnisse der Regenerativen Medizin. Im Anschluss diskutierten die Bundeskanzlerin, der Niedersächsische Ministerpräsident sowie die Ministerinnen Professorin Dr. Johanna Wanka und Aygül Özkan mit Wissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlern. "Ich bin sehr beeindrucktvon diesem Juwel hier in Hannover", sagte die Bundeskanzlerin.

Das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung heißt jetzt NIFE.

Das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik nimmt erneut seine Vorreiterrolle wahr: Im März ist in der MHH die Internationale Interdisziplinäre Allianz gegen Implantat-assoziierte Infektionen (I4A) gegründet worden - ein europäischer Verbund, der eng mit der nordamerikanischen "Multidisciplinary Alliance against Implant-Related Infections" kooperiert.

"Mit unserem Zusammenschluss wollen wir die Forschung zu Diagnostik und Therapie dieser Infektionen zielgerichtet vorantreiben, Behandlungsansätze interdisziplinär definieren und geeignete Strategien mit Vertretern der Industrie und des Gesundheitssystems diskutieren", betont Professorin Dr. Meike Stiesch, Wissenschaftliche Leiterin der I4A-Allianz und Direktorin der MHH-Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde.

MHH Journal April 2012 Herunterladen (PDF)

Bundesforschungsministerin Annette Schavan war im Medical Park in Hannover zu Gast – und lobte die Kooperation von MHH, Uni und TiHo. Die Ministerin ließ sich dort über neuste technische Errungenschaften aus der Medizintechnik informieren.


Hannover. Erst Klassik, dann Suzanne Vega. Beim Besuch von Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird Musik ganz unterschiedlicher Genres gespielt. Doch die Töne, die in den Laboren im Medical Park erklingen, sind kein Teil des Unterhaltungsprogramms. Die Hörforscher der Medizinischen Hochschule (MHH) um Prof. Thomas Lenarz demonstrieren der Ministerin am Computer, wie ertaubte Menschen mit einem Cochlea-Implantat Töne wahrnehmen. Mit der neuesten Generation dieser Innenohrimplantate, die bis zu 120 Tonhöhen unterscheiden können, sei es erstmals möglich, auch Musik als solche zu erkennen, erklärt Privatdozent Andreas Büchner. Ein gesundes menschliches Ohr kann zwischen mehr als 5000 Tonhöhen differenzieren.

Lenarz und seine Kollegen arbeiten daran, Implantate für Hörgeschädigte ständig zu optimieren. Zu diesem Zweck haben sie in Kooperation mit der Industrie den Forschungsverbund „Vianna“ gegründet. Dieser wiederum ist Teil des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik (NIFE), einem weitverzweigten Netzwerk, in dem rund 400 Wissenschaftler aus 36 Arbeitsgruppen von MHH, Leibniz Universität, Tierärztlicher Hochschule (TiHo) und dem hannoverschen Laser-Zentrum zusammenarbeiten. Sie alle forschen an innovativen Medizin- und Bioimplantaten verschiedenster Art – Ziel ist es, diese besser verträglich und langlebiger zu machen. Die Bandbreite reicht von im Labor gezüchteten Herzklappen aus patienteneigenem Gewebe über Knochenschrauben aus Metallen, die sich im Körper auflösen, bis zu Zahnprothesen, die resistent gegen Entzündungen sein sollen.

Weil die Wissenschaftler für ihren bereits vor einem Jahrzehnt ins Leben gerufenen Kooperationsverbund nun endlich ein gemeinsames, 7000 Quadratmeter großes Forschungsgebäude bekommen, war Schavan am Freitag erstmals auf dem Medical-Park-Campus zu Gast. Denn ihr Ministerium zahlt die Hälfte der Baukosten von 54 Millionen Euro (die andere Hälfte trägt das Land), und Schavan wollte sich persönlich darüber informieren, ob das Geld gut angelegt ist. MHH-Präsident Dieter Bitter-Suermann, seine Amtskollegen von Uni und TiHo, Erich Barke und Gerhard Greif, sowie ein gutes Dutzend Professoren beantworteten ausführlich die Fragen der Ministerin. Die wollte auch Details ganz genau wissen. „Was bedeutet denn nun Kyrokonservierung?“, hakte sie nach – und erfuhr, dass es sich dabei um ein spezielles Kühlverfahren für Biomaterialien mit flüssigem Stickstoff handelt. Am Ende ihres Rundgangs gab die Forschungsministerin ein durchweg positives Urteil ab. „Sie haben hier in Hannover ein besonders gelungenes und nachhaltiges Beispiel für wissenschaftliche Interdisziplinarität etabliert“, lobte Schavan. Und sie sicherte schon jetzt zu, im Frühjahr 2013 zur Eröffnung des NIFE-Neubaus wieder in den Medical Park zu kommen. Die nächste Bundestagswahl steht schließlich erst im Herbst des Jahres an.


Juliane Kaune (Artikel vom 01.07.2011 aus der HAZ)

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