
Im Rahmen des Internationalen Tags des Versuchstiers richtete das NIFE eine äußerst gelungene und gut besuchte Veranstaltung aus. In mehreren Vorträgen wurden unterschiedliche wissenschaftliche Modelle vorgestellt, wobei stets das 3R-Prinzip – Replace, Reduce, Refine – im Mittelpunkt stand. Es wurde aufgezeigt, wie durch verantwortungsbewusstes Handeln Tierversuche reduziert und verbessert sowie Alternativen gefördert werden können. Gleichzeitig wurde betont, dass ein offener Dialog mit der Öffentlichkeit unerlässlich ist, um transparent zu erklären, warum Tierversuche in bestimmten Bereichen weiterhin notwendig sind und wie verantwortungsvoll damit umgegangen wird.




Am 23.04.2026 erlebten 30 Kinder einen spannenden Zukunftstag im NIFE.
Die Schülerinnen und Schüler durchliefen in kleinen Gruppen verschiedene Stationen, an denen sie selbst experimentieren und Neues entdecken durften.So erhielten sie einen Einblick in die Implantatforschung. Mit großem Interesse beobachteten sie die Demonstrationen und stellten zahlreiche Fragen.Ein weiteres Highlight war das praktische Arbeiten: Die Kinder durften einfache Modelle ausprobieren und erhielten so einen direkten Eindruck von der Arbeit im Labor.Auch für uns war es spannend, mit den Kindern auf einer anderen Ebene zu arbeiten und ihre neugierige Perspektive kennenzulernen.
Am Ende des Tages nahmen sie nicht nur neues Wissen, sondern auch viele spannende Eindrücke mit nach Hause.











Am 17.03.2026 fand der von NiedersachsenMetall organisierte medizin.technik.kongress (MTK26) im Medical Park Hannover statt. Ziel des Format war es Unternehmen aus der Medizintechnik und angrenzenden Branchen zu vernetzen und Synergien zu schaffen. Das NIFE war mit einem eigenen Breakout-Forum vertreten. In diesem Rahmen erhielten die Besucher spannende Einblicke in die aktuelle Implantatforschung. Es wurden neueste Entwicklungen und innovative Ansätze präsentiert, die das Potenzial haben, die medizinische Versorgung nachhaltig zu verbessern. Der anschließende Austausch mit Fachpublikum und Interessierten bot zudem eine wertvolle Plattform für Diskussionen und neue Impulse.





Großspenden der Braukmann-Wittenberg-Stiftung und durch Dirk Rossmann ermöglichen die Anschaffung eines hochmodernen DaVinci-SP-Roboters für die HTTG. Als bis dato einzige Thoraxchirurgie Deutschlandweit haben wir jetzt 24/7-Zugriff auf dieses System, was komplexe robotische Eingriffe über nur einen einzigen Zugang ermöglicht. Für das NIFE und die dort ansässige thoraxchirurgische Forschungsgruppe eröffnen sich hierdurch neue Forschungsprojekte. Dies werden unter anderem die Weiterentwicklung von optischen Verfahren wie Echtzeit-Nahinfrarot-Spektroskopie und die Verknüpfung mit bereits laufenden Projekten zur intrathorakalen onkologischen Therapie sein.
Den vollen Beitrag finden Sie hier.


Forschungsverbund FOR 5250 in Kooperation mit TU Dortmund wird von der DFG für weitere vier Jahre gefördert.
Um fehlende Zähne zu ersetzen, werden Implantate immer wichtiger. Als künstliche Zahnwurzel werden die zumeist aus Titan bestehenden Schrauben in den Kieferknochen eingepflanzt und verwachsen dort als stabile Stützen für den sichtbaren Zahnersatz. Über ein kleines Verbindungselement wird darauf dann die Krone oder größere Restaurationen, wie beispielsweise Brücken oder herausnehmbarer Zahnersatz, befestigt. Mitunter heilt das Implantat jedoch nicht fest im Kieferknochen ein oder verliert nachträglich den Halt, so dass die künstliche Zahnwurzel wieder entfernt werden muss. Die Gründe sind vielfältig: Gewebeabbau im umliegenden Knochen durch Entzündungen, ungünstige biomechanische Belastung während der Einheilphase oder eine aus Altersgründen oder Veranlagung unzureichende Knochensubstanz.
Implantatverlust möglichst zu verhindern, ist das Ziel des Forschungsverbundes FOR 5250. Anders als derzeitige Lösungen „von der Stange“ arbeiten Forschende aus Medizin und Ingenieurwesen hier an der Entwicklung maßgeschneiderter, personalisierter Implantate. Diese sollen die individuelle Knochensituation der Patientinnen und Patienten berücksichtigen, die Kaubelastung für das Implantat möglichst optimieren und zudem die Besiedelung mit krankmachenden Bakterien der Mundflora und dadurch bedingte Entzündungen verhindern. Verantwortlich für die medizinische Seite des Vorhabens ist Prof. Dr. Meike Stiesch, Direktorin der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Kooperationspartner für die technischen Fragen ist die Technische Universität Dortmund. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung im Dezember 2025 für weitere vier Jahre verlängert und unterstützt das Vorhaben mit 4,4 Millionen Euro.

„Ein wichtiger Faktor für die Langzeitprognose dentaler Implantate sind mechanische Spannungen im umgebenden Knochen, die durch Kaukräfte ausgelöst werden“, sagt Professorin Stiesch. Um diese Belastungen an der Grenze vom Knochen zum Implantat vorab zu bestimmen, nutzen die Forschenden ein computergestütztes Simulationsverfahren. So können sie bereits vor der Herstellung des Implantats dessen Festigkeit berechnen, mögliche Spannungen und Verformungen analysieren und den individuellen und an die Belastung optimal angepassten Innenaufbau festlegen. Im additiven Verfahren – auch als 3D-Druck bezeichnet – wird nach den digitalen Vorgaben Schicht für Schicht ein patientenspezifisches, sogenanntes gradiertes Implantat gefertigt. Dieses ist speziell auf die verschiedenen Knochenstrukturen und Spannungen innerhalb des Kieferknochens angepasst.
Dabei ist nicht nur wichtig, wie das Implantat von innen beschaffen ist. Auch die Oberfläche spielt eine entscheidende Rolle, damit die künstliche Zahnwurzel gut einwächst und möglichst lange im Kieferknochen festsitzt. Hierfür werden die additiv hergestellten Implantate mechanisch und chemisch mittels Sandstrahlen und Ätzen behandelt, damit sich knochenbildende Zellen besser an die Oberfläche anlagern können. Zusätzlich entwickeln die Forschenden neue Beschichtungen mit Magnesium-Legierungen, die für eine bessere Knocheneinheilung sorgen. Gleichzeitig wirken die Legierungen antibakteriell und verhindern, dass sich Bakterien an die Implantatoberfläche anlagern und sich dort zu den nur schwer zu behandelnden Biofilmen zusammenschließen können.
Ein erstes Modellsystem für ein verbessertes Standardimplantat haben die Forschenden bereits in der ersten Förderphase entwickelt. Nun wollen sie ihre Berechnungen auf spezielle Anforderungen erweitern, etwa für ältere Menschen, deren Kiefer aufgrund des altersbedingten Abbaus von Knochensubstanz häufig weniger stabil ist. „Implantate sind eine wunderbare Möglichkeit, funktionsfähigen Zahnersatz zu schaffen, ohne die Nachbarzähne in Mitleidenschaft zu ziehen“, stellt Professorin Stiesch fest. „Wir wollen erreichen, dass möglichst alle Patientinnen und Patienten eine auf sie speziell zugeschnittene, optimale zahnmedizinische Versorgung erhalten, die sicher und langlebig ist.“ Bis es soweit ist, muss allerdings noch weitere Forschungsarbeit geleistet werden. Kontakt zu interessierten Medizintechnikunternehmen besteht allerdings schon jetzt.
Der interdisziplinäre Forschungsverbund FOR 5250 ist eine Kooperation der Medizinischen Hochschule Hannover, der Technischen Universität Dortmund, der Leibniz Universität Hannover, des Laser Zentrums Hannover, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, der Hochschule Reutlingen und der Universität Rostock.
Text: Kirsten Pötzke
Quelle: MHH

Am 20. März 2026 werden wir Schülerinnen und Schüler aus Hannovers Schule im NIFE begrüßen. Bei den Uni Stem Days werden wir unsere Forschungsarbeiten präsentieren und zeigen wie wir Lungen außerhalb des Körpers am Leben halten können.
Unsere Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Therapien für Lungenkrankheiten. Wir zeigen den Schülerinnen und Schülern, wie wir Lungen außerhalb des Körpers am Leben halten können, um neue Therapien entwickeln und gleichzeitig optimal beobachten zu können.
Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Forschung ist die Entwicklung von Methoden, um aus Stammzellen gewonnene Zellen in die Lungen einzubringen. Dies könnte helfen, resistente Infektionen zu bekämpfen und neue Therapien für Lungenkrankheiten zu entwickeln.
Wir freuen uns, dass wir die Schülerinnen und Schüler aus Hannovers Schule im NIFE begrüßen zu können und hoffen, dass unsere Forschung inspiriert, in die Zukunft zu blicken und vielleicht eigene Forschungskarrieren zu verfolgen.
Mehr Infos zum Programm finden Sie hier.







Das NIFE öffnet am 23.04.2026 von 8:00 – 13:00 Uhr wieder seine Türen für interessierte Schülerinnen und Schüler ab Klasse 6.

Bacta Implants hat die Herstellungserlaubnis für seine Rundfensternischen-Implantate (RNI) von der zuständigen Behörde erhalten.
Dies ist ein wichtiger Schritt für die lokale Wirkstofftherapie von Hörstörungen und für die Verwirklichung Ihrer Vision, innovative Innenohrtherapien Realität werden zu lassen.
Herzlichen Glückwunsch!
Weiter Informationen zu Bacta Implants erhalten Sie hier https://bacta-implants.com/
Die Xenotransplantation gibt Patienten mit chronischem Organversagen neue Hoffnung auf eine Organtransplantation. Begleiten Sie uns in dieses Feld der Transplantationsforschung und erhalten sie Einblicke in Forschungsergebnisse sowie die ersten klinischen Erfahrungen im Menschen.
Am 18. November fand dazu ein Expertenvortrag statt. Hier geht es zum Vortrag.
Dr. Philipp Felgendreff,
Klinik für Allgemein- Viszeral- und Transplantationschirurgie, MHH
Dr. Robert Ramm,
Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung


Der erste Young Researchers’ Day am NIFE am 27.11.2025 war ein großer Erfolg, an dem viele Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler der MHH, LUH, TiHo und LZH aktiv teilnahmen. Durch interaktive Spiele tauschte die Gruppe Einblicke in verschiedene Labortechniken aus, die am NIFE und ihren Heimatinstitutionen verwendet werden, und stärkte so die institutsübergreifende Vernetzung. Eine abschließende Feedbackrunde lieferte wertvolle Perspektiven für die Zukunft des NIFE und die Erwartungen unserer Nachwuchswissenschaftler.

MHH-Forscherinnen wollen Menschen mit traumatischen Amputationen helfen, indem sie deren Gliedmaßen bis zum Wiederannähen konservieren.
Weltweit steigt die Zahl traumatischer Amputationen – etwa durch Unfälle im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder in der Freizeit, aber auch infolge von Terroranschlägen oder Krieg. Nur wenige Spezialkliniken sind in der Lage, bei den oftmals lebensbedrohlich Verletzen eine autologe Replantation vorzunehmen, also abgetrennte Gliedmaßen wieder so mit dem Körper zu verbinden, dass sie ihre Funktion ganz oder zumindest eingeschränkt zurückerhalten. Zudem muss die Operation schnell erfolgen, da die Amputate standardmäßig in einem Eisbeutel gelagert werden und ohne Blutversorgung nur wenige Stunden überstehen können. Wie diese sogenannte Ischämiezeit verringert und die abgetrennten Gliedmaßen bis zur Operation besser aufbewahrt und versorgt werden können, untersuchen Professorin Dr. Bettina Wiegmann, Notfallmedizinerin und Fachärztin für Herzchirurgie an der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Professorin Dr. Kirsten Haastert-Talini, Leiterin der Arbeitsgruppe „Periphere Nervenregeneration“ am MHH-Institut für Neuroanatomie und Zellbiologie.
Die Wissenschaftlerinnen wollen ein Extremitäten‑Care‑System entwickeln, das zum einen als transportable Aufbewahrungsbox in jeden Notarztwagen passt und schwerverletzten Menschen die Chance auf ein Leben ohne Amputation und Prothesen gibt. Zum anderen soll es analog zur Organtransplantation genutzt werden können, um Spender-Extremitäten zu konservieren und sie danach erfolgreich transplantieren zu können. Jetzt haben die Wissenschaftlerinnen einen ersten Plan für den Aufbau einer solchen Ex-Vivo-Extremitäten-Perfusion (EVEP) samt Perfusionsanleitung entwickelt und in der Fachzeitschrift „Military Medical Research“ veröffentlicht.

„Allein in Deutschland kommt es jährlich zu etwa 56.000 Amputationen“, sagt Professorin Wiegmann, Leiterin der Arbeitsgruppe „Ex-vivo Organperfusionen“ am Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE), wo das vom Bundesministerium der Verteidigung geförderte Projekt angesiedelt ist. Meist werden die traumatisch amputierten Gliedmaßen durch Prothesen ersetzt. Das liegt zum einen an der mangelnden Expertise vieler Kliniken für den komplizierten chirurgischen Eingriff der Replantation, bei dem Knochenbrüche versorgt, Blutgefäße wieder angenäht und Nerven verbunden werden müssen. Zum anderen spielt Zeit eine entscheidende Rolle, denn die Schwerverletzten müssen vorrangig stabilisiert werden, damit sie überhaupt überleben. Solange lagert die Extremität auf Eis. „Bis der Patient dann wieder stabil genug für eine weitere Operation ist, können manchmal sogar Tage vergehen“, sagt die Chirurgin. Das überstehen die Extremitäten aber nicht, denn sie erleiden nach einer gewissen Zeit ohne Durchblutung einen Ischämieschaden, bei dem die Zellen durch den Sauerstoffmangel absterben.
Damit sowohl das Leben der Schwerverletzten als auch die Gliedmaßen gerettet werden können, setzen die Wissenschaftlerinnen auf ein Verfahren, das ähnlich wie ein transportables Organ‑Care‑System arbeitet. Dieses schließt Spenderorgane über eine Pumpe an einen künstlichen Blutkreislauf an und erhält damit die Organfunktion außerhalb des Körpers bis zur Transplantation aufrecht. Professorin Wiegmann hat so ein Care-System bereits vielfach klinisch an Herz und Lunge erfolgreich angewendet. „Wir haben unterschiedliche Perfusionslösungen an Großtierextremitäten getestet und über verschiedene Werte wie Blutgasanalysen, Serummarker, Wärmebildgebung und Gelenkbeweglichkeit erste Beweise gesammelt, dass unser System zuverlässig funktioniert und das Gewebe über sechs Stunden konservieren kann“, erklärt Professorin Wiegmann. Um möglichst realistische Bedingungen zu schaffen, haben die Wissenschaftlerinnen zuvor zwei Stunden warme Ischämiezeit eingeplant, bei der die Extremität nicht durchblutet oder anderweitig versorgt wird. „Damit simulieren wir die Zeit zwischen der traumatischen Amputation und dem Eintreffen im Replantationszentrum.“
Damit die Extremität nach dem Wiederannähen möglichst gut funktioniert, hat das Forschungsteam weltweit erstmals auch die Nerven im Blick. „Durchtrennte Nerven im Gliedmaßenstumpf können sich verlängern und verknäulen und so Phantomschmerzen verursachen“, erklärt Professorin Haastert-Talini. Damit das nicht geschieht und die Nerven wieder zielgerichtet aus- und zusammenwachsen, müssen ihre zerstörten Anteile in der Gliedmaße zuvor vollständig abgebaut und die Umgebung für die Aufnahme neu einwachsender Nervenfasern vorbereitet werden. Dafür sind unter anderem verschiedene Botenstoffe notwendig, die eine Art Entzündungsreaktion einleiten. „Daher verzichten wir anders als im Organ-Care-System bei unserer Extremitäten-Perfusionslösung auf entzündungshemmende Medikamente“, sagt die Anatomin.
„Die Grundanleitung für unser EVEP steht“, sagt Professorin Haastert-Talini. „Wir haben die Versorgung des Gewebes im Griff und die Bildung von schädlichen Flüssigkeitsansammlungen deutlich verringert.“ Als nächstes wollen die Wissenschaftlerinnen untersuchen, wie sie die Zusammensetzung der Perfusionslösung so verbessern können, dass gleichzeitig die Nerven optimal vorbereitet sind. Außerdem wollen sie die Perfusionszeiten verlängern, damit längere Transportzeiten möglich werden. „Die Feinanpassung unseres Systems soll es dann ermöglichen, dass sich ein chirurgisches Team um den Patienten oder die Patientin kümmert und parallel dazu ein zweites Team in Ruhe die Extremität für die Replantation vorbereiten kann.“ Dass der medizinische Bedarf für ihre Entwicklung noch zunehmen wird, davon sind die Wissenschaftlerinnen überzeugt. „Bis zum Jahr 2050 wird die Anzahl traumatischer Amputationen laut wissenschaftlicher Studien voraussichtlich um mehr als 70 Prozent steigen“, stellt Professorin Wiegmann fest.
Service:
Die Originalarbeit „Ex‑vivo limb perfusion in military and civilian medicine: inspired by ex‑vivo organ perfusion, pioneered for traumatic limb amputation and peripheral nerve regeneration” finden Sie hier.
Text: Kirsten Pötzke
Quelle: MHH

Der interdisziplinäre Forschungsverbund SIIRI bündelt Expertise aus Medizin, Ingenieurwissenschaften und Materialforschung, um Implantate sicherer zu machen.
Der interdisziplinäre Sonderforschungsbereich/Transregio 298 SIIRI („Sicherheitsintegrierte und infektionsreaktive Implantate“) erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis mehr als zehn Millionen Euro in den nächsten dreieinhalb Jahren, um weiterhin Implantate von morgen zu entwickeln. Vor vier Jahren war SIIRI erstmals gefördert worden. Seitdem forschen mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover (LUH), dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, der Technischen Universität Braunschweig sowie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover gemeinsam an der Entwicklung innovativer Strategien zur Verbesserung der Implantatsicherheit. „Dieser Erfolg zeigt, was mit vereinten Kräften gelingen kann“, so MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner. „Wir wollen die MHH als treibende Kraft für eine zukunftsweisende Gesundheitsforschung etablieren. Das geht nur in einem Netzwerk erstklassiger Partnerinnen und Partner – wie im SIIRI-Verbund. Ich gratuliere allen Beteiligten ganz herzlich.“
„Unsere Forschung an intelligenten Implantaten ist nur durch die enge inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Medizin, der Zahnmedizin sowie den Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften möglich“, betont SIIRI-Sprecherin Prof. Dr. Meike Stiesch, Direktorin der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde und Forschungsdekanin der MHH. Gemeinsam hat das Konsortium neue Strategien zur Implantatsicherheit erforscht und Spitzenleistungen mit internationaler Strahlkraft erzielt. „Unsere Forschenden in Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Physik bringen ihre Kompetenzen unter anderem für die Entwicklung von Implantatwerkstoffen und geeigneter Sensortechnik ein“, ergänzt Co-Sprecher Prof. Dr.-Ing. Hans Jürgen Maier, geschäftsführender Leiter des Instituts für Werkstoffkunde der LUH.

Im SIIRI-Konsortium wird an neuen Sicherheitsstrategien für medizinische Implantate gearbeitet, indem unter anderem Lebensdauer- und Monitoringkonzepte aus den Ingenieurwissenschaften, wie sie zum Beispiel in der Luftfahrt zur Erhöhung der Sicherheit entwickelt werden, erstmals für die Anwendung in der Medizin erforscht werden. In den Ingenieurwissenschaften basieren sicherheitsrelevante Konzepte auf einem zuverlässigen Monitoring. Durch regelmäßige Kontrollen wird eine mögliche Bauteilschädigung frühzeitig erkannt, deren Schweregrad gemessen und entsprechend reagiert. Dieses Wissen machen sich die SIIRI-Forschenden zu Nutze. Mittels zellbasierter, chemischer und physikalischer Detektionssysteme soll biologisches oder technisches Implantatversagen zukünftig frühzeitig erkannt und darauf entsprechend reagiert werden können. Das übergeordnete Ziel ist dabei stets eine nachhaltige Verbesserung der Implantat- und Patientensicherheit.
Die SIIRI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler entwickeln gemeinsam intelligente Implantatsysteme für die Zahnmedizin und Orthopädie sowie Hörimplantate, die mit modernster Technologie erstmals ein kontinuierliches Monitoring der Implantatfunktion und damit eine Früherkennung von Komplikationen, wie etwa Infektionen, erlauben. „Wir entwickeln intelligente Implantatsysteme, die über zellbasierte, chemische und physikalische sogenannte Closed-Loop-Systeme eigenständig eine frühzeitige Reparatur und damit Ausheilung einleiten können. Digitale Konzepte wie ein digitales Implantat-Lebenszyklus-Management und digitale Zwillinge ermöglichen die lebenslange Nachverfolgung von Implantaten und tragen damit maßgeblich zur Implantat- und damit auch Patientensicherheit bei“, erklärt Professorin Stiesch.
Keimzelle für diese interdisziplinäre Forschung ist das NIFE (Niedersächsisches Zentrum für Implantat-Forschung und Entwicklung), das im Medical Park Hannover als ein international sichtbares Forschungsinstitut etabliert wurde, Spitzenergebnisse in der experimentellen Forschung erzielt und für verschiedene Organsysteme in die klinische Anwendung bringt. Im NIFE werden biologische, biohybride und biofunktionalisierte Implantate entwickelt, mit denen ausgefallene Organfunktionen ersetzt oder wiederhergestellt werden sollen.
Text: Inka Burow
Quelle: MHH
Im Rahmen des „November der Wissenschaft” fand am 13. November erneut ein erfolgreicher Tag der offenen Tür im NIFE statt. Zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen aktueller Forschungsprojekte zu werfen.
Bei verschiedenen Labortouren und an mehreren Informations- und Expoständen konnten die Gäste die vielfältigen wissenschaftlichen Aktivitäten des NIFE kennenlernen. Unsere Forscher:innen gaben dabei anschauliche Einblicke in ihre Arbeit und beantworteten zahlreiche Fragen.
Des Weiteren erhielten die Besucher:innen einen Einblick in eine Biochemievorlesung und konnten so typische Inhalte der universitären Lehre kennenlernen. Abschließend fand ein spannender Vortrag zu individuellen Therapiekonzepten in der Endoprothetik statt, der großes Interesse weckte und eindrucksvoll zeigte, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in patientenorientierte Anwendungen einfließen.
Der Tag der offenen Tür bot somit einen abwechslungsreichen Überblick über die Forschungsschwerpunkte des NIFE und ermöglichte einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Wir freuen uns schon auf den November der Wissenschaft 2027, bei dem wir selbstverständlich wieder unsere Türen öffnen werden.
Wir hatten die besondere Freude, Herrn Prof. Noam Adir, den Vizepräsidenten für Forschung des Technion, und Frau Marianne Krüger-Jungnickel, die Geschäftsführerin der Deutschen Technion-Gesellschaft e.V., im NIFE begrüßen zu dürfen.
Im Rahmen seines Besuchs konnten wir einen Einblick in unsere Forschungsumgebungen geben und unsere verschiedenen Labore vorstellen. Dabei bot sich die Gelegenheit, unsere wissenschaftlichen Schwerpunkte, aktuelle Themenfelder sowie die Vielfalt der bei uns eingesetzten Methoden und Technologien darzustellen.
Wir danken für das große Interesse und den anregenden Austausch während des Besuchs. Solche Gelegenheiten sind stets eine wertvolle Möglichkeit, die Bandbreite unserer Forschungsaktivitäten zu präsentieren und in einen offenen wissenschaftlichen Dialog zu treten.


Am 9. September fand unser NIFE Struktur-Workshop mit freundlicher Unterstützung von hannoverimpuls und H4A im Königlichen Pferdestall der Leibniz Universität Hannover statt.
Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen von Ideenfindung, Austausch und Kooperation.
Mit viel Engagement diskutierten die Teilnehmenden über die Implantate der Zukunft. Dabei wurden nicht nur neue Perspektiven beleuchtet, sondern auch konkrete Schwerpunkte für zukünftige Forschungsansätze herausgearbeitet. Der intensive Austausch führte am Ende zu mehreren Initiativen und Projektskizzen, die in den kommenden Monaten weiter konkretisiert und vorangetrieben werden sollen.
Der Workshop war Teil 2 einer Veranstaltungsreihe, die gezielt der Ideenfindung und Vernetzung dient. Nach dem gelungenen Auftakt und der nun erfolgreichen Fortsetzung wird die Reihe im November mit Teil 3 – „Young Researchers“ weitergeführt. Hier steht der wissenschaftliche Nachwuchs im Mittelpunkt, um frische Impulse für die Zukunft der Implantatforschung zu setzen.



Im Rahmen seiner Sommerreise hat Herr Minister Mohrs das NIFE besucht. Er erhielt spannende Einblicke in aktuelle Projekte rund um medizinische Implantate und innovative Technologien für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Er zeigte sich tief beeindruckt von der Bandbreite der im NIFE betriebenen Forschung sowie von der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Medizin-, Natur- und Ingenieurswissenschaftler*innen.

Das gesamte Team des NIFE gratuliert dem Exzellenzcluster Hearing4all ganz herzlich zur Bewilligung der dritten Förderperiode!
Diese Auszeichnung unterstreicht die herausragende wissenschaftliche Leistung und das kontinuierliche Engagement aller beteiligten Forscherinnen und Forscher.


Am 22. Mai durften wir Herrn Dr.-Ing. Thomas Becks, den neuen Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) im VDE, bei uns am NIFE begrüßen. Bei einem ersten persönlichen Austausch mit Frau PD Dr. Verena Scheper, Arbeitsgruppenleiterin am NIFE und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DGBMT, stand die strategische Weiterentwicklung der Fachgesellschaft im Mittelpunkt.
Ziel des Treffens war es, neue Impulse für die Zukunft der Biomedizinischen Technik zu diskutieren – interdisziplinär, praxisnah und mit Blick auf die Herausforderungen von morgen. Die neue Geschäftsführung und der Anfang des Jahres gewählte Vorstand der DGBMT setzen dabei auf eine enge, fächerübergreifende Zusammenarbeit aller beteiligten Disziplinen. Nur so lässt sich die Innovationskraft der deutschen Medizintechnik nachhaltig stärken – und damit auch eine hochwertige, zukunftsfähige Patientenversorgung sichern.
Das NIFE bietet hierfür ideale Voraussetzungen: Hier vernetzen sich implantatbezogene Forschung aus unterschiedlichen klinischen Bereichen der MHH mit den material- und ingenieurwissenschaftlichen Kompetenzen der Leibniz Universität Hannover sowie der anwendungsorientierten Expertise und Forschungskompetenz der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Ein Ort, an dem interdisziplinäre Zusammenarbeit gelebt wird – ganz im Sinne der DGBMT-Vision.
Die DGBMT im VDE ist die wissenschaftlich-technische Fachgesellschaft für Medizintechnik in Deutschland. Sie vernetzt Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Technikanwendungen in der Medizin und bearbeitet das gesamte Themenspektrum der Biomedizinischen Technik. Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.vde.com/de/dgbmt

Am 24.04.2025 fand zum Tag des Versuchstiers eine interne Veranstaltung im NIFE statt. In 6 spannenden Vorträgen stellten einige Forschungsgruppen ihre Tiermodelle vor und erläuterten interessierten Kolleg:innen, für welche ihrer Forschungsfragen aktuell keine Alternativen zu Tierversuchen existieren. Ein großes Anliegen der Vortragenden war es zu zeigen, welchen Beitrag sie im Sinne des 3R Prinzips (Vermeidung, Verringerung und Verbesserung) innerhalb ihrer Vorhaben leisten. Ziel der Veranstaltung war es nicht nur, intern einen transparenten Umgang mit dem Thema „Tierversuche“ zu fördern, sie soll auch die interne Kommunikation über tierexperimentelles Arbeiten unterstützen und den Mitarbeiter:innen die private Kommunikation über dieses wichtige Thema erleichtern.Wir bedanken uns bei Tierversuche verstehen (www.tierversuche-verstehen.de), Pro-Test Deutschland (www.pro-test-deutschland.de) und der GV-SOLAS (www.gv-solas.de) dafür, dass sie der Öffentlichkeit Informationen zum Thema Tierversuche zur Verfügung stellen.Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für den Tierschutz und den Fortschritt. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass der Forschungsstandort Deutschland erhalten bleibt und ein Abwandern von Wissenschaftlern verhindern. Die Verlagerung von Tierversuchen ins Ausland hätte nicht nur einen Verlust an Forschung und Innovation in Deutschland zur Folge, sondern würde auch dazu führen, dass wir keinen Einfluss auf die Umsetzung der uns wichtigen Tierschutzstandards hätten.
