
Am 20. März 2026 werden wir Schülerinnen und Schüler aus Hannovers Schule im NIFE begrüßen. Bei den Uni Stem Days werden wir unsere Forschungsarbeiten präsentieren und zeigen wie wir Lungen außerhalb des Körpers am Leben halten können.
Unsere Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Therapien für Lungenkrankheiten. Wir zeigen den Schülerinnen und Schülern, wie wir Lungen außerhalb des Körpers am Leben halten können, um neue Therapien entwickeln und gleichzeitig optimal beobachten zu können.
Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Forschung ist die Entwicklung von Methoden, um aus Stammzellen gewonnene Zellen in die Lungen einzubringen. Dies könnte helfen, resistente Infektionen zu bekämpfen und neue Therapien für Lungenkrankheiten zu entwickeln.
Wir freuen uns, dass wir die Schülerinnen und Schüler aus Hannovers Schule im NIFE begrüßen zu können und hoffen, dass unsere Forschung inspiriert, in die Zukunft zu blicken und vielleicht eigene Forschungskarrieren zu verfolgen.
Mehr Infos zum Programm finden Sie hier.







Das NIFE öffnet am 23.04.2026 von 8:00 – 13:00 Uhr wieder seine Türen für interessierte Schülerinnen und Schüler ab Klasse 6.

Bacta Implants hat die Herstellungserlaubnis für seine Rundfensternischen-Implantate (RNI) von der zuständigen Behörde erhalten.
Dies ist ein wichtiger Schritt für die lokale Wirkstofftherapie von Hörstörungen und für die Verwirklichung Ihrer Vision, innovative Innenohrtherapien Realität werden zu lassen.
Herzlichen Glückwunsch!
Weiter Informationen zu Bacta Implants erhalten Sie hier https://bacta-implants.com/
Die Xenotransplantation gibt Patienten mit chronischem Organversagen neue Hoffnung auf eine Organtransplantation. Begleiten Sie uns in dieses Feld der Transplantationsforschung und erhalten sie Einblicke in Forschungsergebnisse sowie die ersten klinischen Erfahrungen im Menschen.
Am 18. November fand dazu ein Expertenvortrag statt. Hier geht es zum Vortrag.
Dr. Philipp Felgendreff,
Klinik für Allgemein- Viszeral- und Transplantationschirurgie, MHH
Dr. Robert Ramm,
Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung


Der erste Young Researchers’ Day am NIFE am 27.11.2025 war ein großer Erfolg, an dem viele Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler der MHH, LUH, TiHo und LZH aktiv teilnahmen. Durch interaktive Spiele tauschte die Gruppe Einblicke in verschiedene Labortechniken aus, die am NIFE und ihren Heimatinstitutionen verwendet werden, und stärkte so die institutsübergreifende Vernetzung. Eine abschließende Feedbackrunde lieferte wertvolle Perspektiven für die Zukunft des NIFE und die Erwartungen unserer Nachwuchswissenschaftler.

MHH-Forscherinnen wollen Menschen mit traumatischen Amputationen helfen, indem sie deren Gliedmaßen bis zum Wiederannähen konservieren.
Weltweit steigt die Zahl traumatischer Amputationen – etwa durch Unfälle im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder in der Freizeit, aber auch infolge von Terroranschlägen oder Krieg. Nur wenige Spezialkliniken sind in der Lage, bei den oftmals lebensbedrohlich Verletzen eine autologe Replantation vorzunehmen, also abgetrennte Gliedmaßen wieder so mit dem Körper zu verbinden, dass sie ihre Funktion ganz oder zumindest eingeschränkt zurückerhalten. Zudem muss die Operation schnell erfolgen, da die Amputate standardmäßig in einem Eisbeutel gelagert werden und ohne Blutversorgung nur wenige Stunden überstehen können. Wie diese sogenannte Ischämiezeit verringert und die abgetrennten Gliedmaßen bis zur Operation besser aufbewahrt und versorgt werden können, untersuchen Professorin Dr. Bettina Wiegmann, Notfallmedizinerin und Fachärztin für Herzchirurgie an der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Professorin Dr. Kirsten Haastert-Talini, Leiterin der Arbeitsgruppe „Periphere Nervenregeneration“ am MHH-Institut für Neuroanatomie und Zellbiologie.
Die Wissenschaftlerinnen wollen ein Extremitäten‑Care‑System entwickeln, das zum einen als transportable Aufbewahrungsbox in jeden Notarztwagen passt und schwerverletzten Menschen die Chance auf ein Leben ohne Amputation und Prothesen gibt. Zum anderen soll es analog zur Organtransplantation genutzt werden können, um Spender-Extremitäten zu konservieren und sie danach erfolgreich transplantieren zu können. Jetzt haben die Wissenschaftlerinnen einen ersten Plan für den Aufbau einer solchen Ex-Vivo-Extremitäten-Perfusion (EVEP) samt Perfusionsanleitung entwickelt und in der Fachzeitschrift „Military Medical Research“ veröffentlicht.

„Allein in Deutschland kommt es jährlich zu etwa 56.000 Amputationen“, sagt Professorin Wiegmann, Leiterin der Arbeitsgruppe „Ex-vivo Organperfusionen“ am Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE), wo das vom Bundesministerium der Verteidigung geförderte Projekt angesiedelt ist. Meist werden die traumatisch amputierten Gliedmaßen durch Prothesen ersetzt. Das liegt zum einen an der mangelnden Expertise vieler Kliniken für den komplizierten chirurgischen Eingriff der Replantation, bei dem Knochenbrüche versorgt, Blutgefäße wieder angenäht und Nerven verbunden werden müssen. Zum anderen spielt Zeit eine entscheidende Rolle, denn die Schwerverletzten müssen vorrangig stabilisiert werden, damit sie überhaupt überleben. Solange lagert die Extremität auf Eis. „Bis der Patient dann wieder stabil genug für eine weitere Operation ist, können manchmal sogar Tage vergehen“, sagt die Chirurgin. Das überstehen die Extremitäten aber nicht, denn sie erleiden nach einer gewissen Zeit ohne Durchblutung einen Ischämieschaden, bei dem die Zellen durch den Sauerstoffmangel absterben.
Damit sowohl das Leben der Schwerverletzten als auch die Gliedmaßen gerettet werden können, setzen die Wissenschaftlerinnen auf ein Verfahren, das ähnlich wie ein transportables Organ‑Care‑System arbeitet. Dieses schließt Spenderorgane über eine Pumpe an einen künstlichen Blutkreislauf an und erhält damit die Organfunktion außerhalb des Körpers bis zur Transplantation aufrecht. Professorin Wiegmann hat so ein Care-System bereits vielfach klinisch an Herz und Lunge erfolgreich angewendet. „Wir haben unterschiedliche Perfusionslösungen an Großtierextremitäten getestet und über verschiedene Werte wie Blutgasanalysen, Serummarker, Wärmebildgebung und Gelenkbeweglichkeit erste Beweise gesammelt, dass unser System zuverlässig funktioniert und das Gewebe über sechs Stunden konservieren kann“, erklärt Professorin Wiegmann. Um möglichst realistische Bedingungen zu schaffen, haben die Wissenschaftlerinnen zuvor zwei Stunden warme Ischämiezeit eingeplant, bei der die Extremität nicht durchblutet oder anderweitig versorgt wird. „Damit simulieren wir die Zeit zwischen der traumatischen Amputation und dem Eintreffen im Replantationszentrum.“
Damit die Extremität nach dem Wiederannähen möglichst gut funktioniert, hat das Forschungsteam weltweit erstmals auch die Nerven im Blick. „Durchtrennte Nerven im Gliedmaßenstumpf können sich verlängern und verknäulen und so Phantomschmerzen verursachen“, erklärt Professorin Haastert-Talini. Damit das nicht geschieht und die Nerven wieder zielgerichtet aus- und zusammenwachsen, müssen ihre zerstörten Anteile in der Gliedmaße zuvor vollständig abgebaut und die Umgebung für die Aufnahme neu einwachsender Nervenfasern vorbereitet werden. Dafür sind unter anderem verschiedene Botenstoffe notwendig, die eine Art Entzündungsreaktion einleiten. „Daher verzichten wir anders als im Organ-Care-System bei unserer Extremitäten-Perfusionslösung auf entzündungshemmende Medikamente“, sagt die Anatomin.
„Die Grundanleitung für unser EVEP steht“, sagt Professorin Haastert-Talini. „Wir haben die Versorgung des Gewebes im Griff und die Bildung von schädlichen Flüssigkeitsansammlungen deutlich verringert.“ Als nächstes wollen die Wissenschaftlerinnen untersuchen, wie sie die Zusammensetzung der Perfusionslösung so verbessern können, dass gleichzeitig die Nerven optimal vorbereitet sind. Außerdem wollen sie die Perfusionszeiten verlängern, damit längere Transportzeiten möglich werden. „Die Feinanpassung unseres Systems soll es dann ermöglichen, dass sich ein chirurgisches Team um den Patienten oder die Patientin kümmert und parallel dazu ein zweites Team in Ruhe die Extremität für die Replantation vorbereiten kann.“ Dass der medizinische Bedarf für ihre Entwicklung noch zunehmen wird, davon sind die Wissenschaftlerinnen überzeugt. „Bis zum Jahr 2050 wird die Anzahl traumatischer Amputationen laut wissenschaftlicher Studien voraussichtlich um mehr als 70 Prozent steigen“, stellt Professorin Wiegmann fest.
Service:
Die Originalarbeit „Ex‑vivo limb perfusion in military and civilian medicine: inspired by ex‑vivo organ perfusion, pioneered for traumatic limb amputation and peripheral nerve regeneration” finden Sie hier.
Text: Kirsten Pötzke
Quelle: MHH

Der interdisziplinäre Forschungsverbund SIIRI bündelt Expertise aus Medizin, Ingenieurwissenschaften und Materialforschung, um Implantate sicherer zu machen.
Der interdisziplinäre Sonderforschungsbereich/Transregio 298 SIIRI („Sicherheitsintegrierte und infektionsreaktive Implantate“) erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis mehr als zehn Millionen Euro in den nächsten dreieinhalb Jahren, um weiterhin Implantate von morgen zu entwickeln. Vor vier Jahren war SIIRI erstmals gefördert worden. Seitdem forschen mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover (LUH), dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, der Technischen Universität Braunschweig sowie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover gemeinsam an der Entwicklung innovativer Strategien zur Verbesserung der Implantatsicherheit. „Dieser Erfolg zeigt, was mit vereinten Kräften gelingen kann“, so MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner. „Wir wollen die MHH als treibende Kraft für eine zukunftsweisende Gesundheitsforschung etablieren. Das geht nur in einem Netzwerk erstklassiger Partnerinnen und Partner – wie im SIIRI-Verbund. Ich gratuliere allen Beteiligten ganz herzlich.“
„Unsere Forschung an intelligenten Implantaten ist nur durch die enge inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Medizin, der Zahnmedizin sowie den Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften möglich“, betont SIIRI-Sprecherin Prof. Dr. Meike Stiesch, Direktorin der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde und Forschungsdekanin der MHH. Gemeinsam hat das Konsortium neue Strategien zur Implantatsicherheit erforscht und Spitzenleistungen mit internationaler Strahlkraft erzielt. „Unsere Forschenden in Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Physik bringen ihre Kompetenzen unter anderem für die Entwicklung von Implantatwerkstoffen und geeigneter Sensortechnik ein“, ergänzt Co-Sprecher Prof. Dr.-Ing. Hans Jürgen Maier, geschäftsführender Leiter des Instituts für Werkstoffkunde der LUH.

Im SIIRI-Konsortium wird an neuen Sicherheitsstrategien für medizinische Implantate gearbeitet, indem unter anderem Lebensdauer- und Monitoringkonzepte aus den Ingenieurwissenschaften, wie sie zum Beispiel in der Luftfahrt zur Erhöhung der Sicherheit entwickelt werden, erstmals für die Anwendung in der Medizin erforscht werden. In den Ingenieurwissenschaften basieren sicherheitsrelevante Konzepte auf einem zuverlässigen Monitoring. Durch regelmäßige Kontrollen wird eine mögliche Bauteilschädigung frühzeitig erkannt, deren Schweregrad gemessen und entsprechend reagiert. Dieses Wissen machen sich die SIIRI-Forschenden zu Nutze. Mittels zellbasierter, chemischer und physikalischer Detektionssysteme soll biologisches oder technisches Implantatversagen zukünftig frühzeitig erkannt und darauf entsprechend reagiert werden können. Das übergeordnete Ziel ist dabei stets eine nachhaltige Verbesserung der Implantat- und Patientensicherheit.
Die SIIRI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler entwickeln gemeinsam intelligente Implantatsysteme für die Zahnmedizin und Orthopädie sowie Hörimplantate, die mit modernster Technologie erstmals ein kontinuierliches Monitoring der Implantatfunktion und damit eine Früherkennung von Komplikationen, wie etwa Infektionen, erlauben. „Wir entwickeln intelligente Implantatsysteme, die über zellbasierte, chemische und physikalische sogenannte Closed-Loop-Systeme eigenständig eine frühzeitige Reparatur und damit Ausheilung einleiten können. Digitale Konzepte wie ein digitales Implantat-Lebenszyklus-Management und digitale Zwillinge ermöglichen die lebenslange Nachverfolgung von Implantaten und tragen damit maßgeblich zur Implantat- und damit auch Patientensicherheit bei“, erklärt Professorin Stiesch.
Keimzelle für diese interdisziplinäre Forschung ist das NIFE (Niedersächsisches Zentrum für Implantat-Forschung und Entwicklung), das im Medical Park Hannover als ein international sichtbares Forschungsinstitut etabliert wurde, Spitzenergebnisse in der experimentellen Forschung erzielt und für verschiedene Organsysteme in die klinische Anwendung bringt. Im NIFE werden biologische, biohybride und biofunktionalisierte Implantate entwickelt, mit denen ausgefallene Organfunktionen ersetzt oder wiederhergestellt werden sollen.
Text: Inka Burow
Quelle: MHH
Im Rahmen des „November der Wissenschaft” fand am 13. November erneut ein erfolgreicher Tag der offenen Tür im NIFE statt. Zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen aktueller Forschungsprojekte zu werfen.
Bei verschiedenen Labortouren und an mehreren Informations- und Expoständen konnten die Gäste die vielfältigen wissenschaftlichen Aktivitäten des NIFE kennenlernen. Unsere Forscher:innen gaben dabei anschauliche Einblicke in ihre Arbeit und beantworteten zahlreiche Fragen.
Des Weiteren erhielten die Besucher:innen einen Einblick in eine Biochemievorlesung und konnten so typische Inhalte der universitären Lehre kennenlernen. Abschließend fand ein spannender Vortrag zu individuellen Therapiekonzepten in der Endoprothetik statt, der großes Interesse weckte und eindrucksvoll zeigte, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in patientenorientierte Anwendungen einfließen.
Der Tag der offenen Tür bot somit einen abwechslungsreichen Überblick über die Forschungsschwerpunkte des NIFE und ermöglichte einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Wir freuen uns schon auf den November der Wissenschaft 2027, bei dem wir selbstverständlich wieder unsere Türen öffnen werden.
Wir hatten die besondere Freude, Herrn Prof. Noam Adir, den Vizepräsidenten für Forschung des Technion, und Frau Marianne Krüger-Jungnickel, die Geschäftsführerin der Deutschen Technion-Gesellschaft e.V., im NIFE begrüßen zu dürfen.
Im Rahmen seines Besuchs konnten wir einen Einblick in unsere Forschungsumgebungen geben und unsere verschiedenen Labore vorstellen. Dabei bot sich die Gelegenheit, unsere wissenschaftlichen Schwerpunkte, aktuelle Themenfelder sowie die Vielfalt der bei uns eingesetzten Methoden und Technologien darzustellen.
Wir danken für das große Interesse und den anregenden Austausch während des Besuchs. Solche Gelegenheiten sind stets eine wertvolle Möglichkeit, die Bandbreite unserer Forschungsaktivitäten zu präsentieren und in einen offenen wissenschaftlichen Dialog zu treten.


Am 9. September fand unser NIFE Struktur-Workshop mit freundlicher Unterstützung von hannoverimpuls und H4A im Königlichen Pferdestall der Leibniz Universität Hannover statt.
Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen von Ideenfindung, Austausch und Kooperation.
Mit viel Engagement diskutierten die Teilnehmenden über die Implantate der Zukunft. Dabei wurden nicht nur neue Perspektiven beleuchtet, sondern auch konkrete Schwerpunkte für zukünftige Forschungsansätze herausgearbeitet. Der intensive Austausch führte am Ende zu mehreren Initiativen und Projektskizzen, die in den kommenden Monaten weiter konkretisiert und vorangetrieben werden sollen.
Der Workshop war Teil 2 einer Veranstaltungsreihe, die gezielt der Ideenfindung und Vernetzung dient. Nach dem gelungenen Auftakt und der nun erfolgreichen Fortsetzung wird die Reihe im November mit Teil 3 – „Young Researchers“ weitergeführt. Hier steht der wissenschaftliche Nachwuchs im Mittelpunkt, um frische Impulse für die Zukunft der Implantatforschung zu setzen.



Im Rahmen seiner Sommerreise hat Herr Minister Mohrs das NIFE besucht. Er erhielt spannende Einblicke in aktuelle Projekte rund um medizinische Implantate und innovative Technologien für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Er zeigte sich tief beeindruckt von der Bandbreite der im NIFE betriebenen Forschung sowie von der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Medizin-, Natur- und Ingenieurswissenschaftler*innen.

Das gesamte Team des NIFE gratuliert dem Exzellenzcluster Hearing4all ganz herzlich zur Bewilligung der dritten Förderperiode!
Diese Auszeichnung unterstreicht die herausragende wissenschaftliche Leistung und das kontinuierliche Engagement aller beteiligten Forscherinnen und Forscher.


Am 22. Mai durften wir Herrn Dr.-Ing. Thomas Becks, den neuen Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) im VDE, bei uns am NIFE begrüßen. Bei einem ersten persönlichen Austausch mit Frau PD Dr. Verena Scheper, Arbeitsgruppenleiterin am NIFE und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DGBMT, stand die strategische Weiterentwicklung der Fachgesellschaft im Mittelpunkt.
Ziel des Treffens war es, neue Impulse für die Zukunft der Biomedizinischen Technik zu diskutieren – interdisziplinär, praxisnah und mit Blick auf die Herausforderungen von morgen. Die neue Geschäftsführung und der Anfang des Jahres gewählte Vorstand der DGBMT setzen dabei auf eine enge, fächerübergreifende Zusammenarbeit aller beteiligten Disziplinen. Nur so lässt sich die Innovationskraft der deutschen Medizintechnik nachhaltig stärken – und damit auch eine hochwertige, zukunftsfähige Patientenversorgung sichern.
Das NIFE bietet hierfür ideale Voraussetzungen: Hier vernetzen sich implantatbezogene Forschung aus unterschiedlichen klinischen Bereichen der MHH mit den material- und ingenieurwissenschaftlichen Kompetenzen der Leibniz Universität Hannover sowie der anwendungsorientierten Expertise und Forschungskompetenz der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Ein Ort, an dem interdisziplinäre Zusammenarbeit gelebt wird – ganz im Sinne der DGBMT-Vision.
Die DGBMT im VDE ist die wissenschaftlich-technische Fachgesellschaft für Medizintechnik in Deutschland. Sie vernetzt Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Technikanwendungen in der Medizin und bearbeitet das gesamte Themenspektrum der Biomedizinischen Technik. Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.vde.com/de/dgbmt

Am 24.04.2025 fand zum Tag des Versuchstiers eine interne Veranstaltung im NIFE statt. In 6 spannenden Vorträgen stellten einige Forschungsgruppen ihre Tiermodelle vor und erläuterten interessierten Kolleg:innen, für welche ihrer Forschungsfragen aktuell keine Alternativen zu Tierversuchen existieren. Ein großes Anliegen der Vortragenden war es zu zeigen, welchen Beitrag sie im Sinne des 3R Prinzips (Vermeidung, Verringerung und Verbesserung) innerhalb ihrer Vorhaben leisten. Ziel der Veranstaltung war es nicht nur, intern einen transparenten Umgang mit dem Thema „Tierversuche“ zu fördern, sie soll auch die interne Kommunikation über tierexperimentelles Arbeiten unterstützen und den Mitarbeiter:innen die private Kommunikation über dieses wichtige Thema erleichtern.Wir bedanken uns bei Tierversuche verstehen (www.tierversuche-verstehen.de), Pro-Test Deutschland (www.pro-test-deutschland.de) und der GV-SOLAS (www.gv-solas.de) dafür, dass sie der Öffentlichkeit Informationen zum Thema Tierversuche zur Verfügung stellen.Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für den Tierschutz und den Fortschritt. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass der Forschungsstandort Deutschland erhalten bleibt und ein Abwandern von Wissenschaftlern verhindern. Die Verlagerung von Tierversuchen ins Ausland hätte nicht nur einen Verlust an Forschung und Innovation in Deutschland zur Folge, sondern würde auch dazu führen, dass wir keinen Einfluss auf die Umsetzung der uns wichtigen Tierschutzstandards hätten.


30 Kinder haben heute am Zukunftstag 2025 im Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik und Implantatforschung teilgenommen und aufschlussreiche Einblicke in die Welt der Implantatforschung erhalten.
Die jungen Teilnehmer:innen hatten die Möglichkeit, spannende Themen aus der Biomedizin kennenzulernen und mehr über Technologien zu erfahren, die die Medizin von morgen prägen werden.
Ein Highlight war die Vorstellung von Konservierungsmethoden am Beispiel von roten Blutkörperchen, bei der die Kinder erfuhren, wie wichtig es ist, biologische Materialien langfristig zu erhalten, um sie für medizinische Zwecke nutzen zu können. Außerdem wurden innovative Verfahren wie der 3D-Druck vorgestellt, der bereits heute in der Medizin eingesetzt wird, um maßgeschneiderte Implantate und medizinische Hilfsmittel herzustellen.
Ein weiteres spannendes Thema war die Rolle von Spinnen und Amphibien in der Medizin. Die Kinder erfuhren, wie diese Tiere mit ihren besonderen Eigenschaften zur Entwicklung neuer, nachhaltiger Lösungen in der Biomedizin beitragen können.
Der Zukunftstag bot den Teilnehmer:innen nicht nur faszinierende Einblicke in die Forschung, sondern auch die Möglichkeit, mit den Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen und eigene Fragen zu stellen. Ein spannender Tag, der hoffentlich das Interesse an der biomedizinischen Forschung geweckt hat!






Am 28. November fand das 4. Symposium der etablierten Reihe Digital Implant Innovation Forum statt. Im Fokus standen die Themen Modellsysteme, Bildgebung, Data Science und Medizinprodukteprüfung. Hochkarätige Referenten aus Industrie und Wissenschaft boten spannende Einblicke. Dem Publikum wurde die innovative Technologieplattform „Human-on-a-Chip" vorgestellt, die einzigartige präklinische Einblicke auf systembiologischer Ebene ermöglicht. Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere hochinteressante Themen wie Energiegewinnung für medizinische Implantate, Bildgebung und Regeneration von Organoiden bis hin zu den 7 Schritten der MDR Compliance diskutiert, die die Vertreter aus Wissenschaft und Industrie gleichermaßen bereicherten.
Wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung dieser Reihe, die für den Sommer 2025 geplant ist.






Bilder: Kai Jüncke
Forscher*innen der Herz,-Thorax,- Tansplantations und Gefäßchirurgie aus dem NIFE haben ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem erstmals veranstalteten Hannover Organ Transplant Summit vorgetragen, der am 21. und 22.11.2024 im Medical Park Hannover stattgefunden hat.
Mit Vorträgen und Postern aus mehreren NIFE- Arbeitsgruppen trugen unsere Forscher*innen zur Diskussion aktueller Herausforderungen und innovativer Lösungsansätze in der Organtransplantation bei.
Der Hannover Organ Transplant Summit vereinte internationale Expert*innen, die gemeinsam daran arbeiten dem Mangel an Spenderorganen zu beheben und fördert den interdisziplinären Austausch zwischen Klinik und Wissenschaft.
Schwerpunktthemen waren:
· Organmangel und marginale Spenderorgane
· Transplantations-Onkologie
· Immunologische Ansätze zur Rettung von Organen
· Transplantat-Remodeling - was kommt als nächstes?
· Xenotransplantation - Sind wir bereit für die Umsetzung?

Weitere Information finden Sie unter:
https://www.hannover-transplant-summit.org/
https://www.mhh.de/aktuelles-aus-dem-transplantationszentrum/hannover-transplant-summit-2024
Bild: © Anna Junge

iGEM-Wettbewerb 2024: Studierende der Leibniz Universität Hannover erhalten Goldmedaille für Entwicklung, die helfen könnte, Antibiotikaresistenzen zu verhindern.
Antibiotika-Resistenzen könnten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zum Jahr 2050 jährlich zehn Millionen Todesfälle verursachen. Ein entscheidender Treiber dieser Resistenz ist die Kontamination von Gewässern mit Antibiotika und Schwermetallen; beide fördern das Entstehen von multiresistenten Bakterien. Ein Team von Studierenden der Leibniz Universität Hannover (LUH) hat nun am NIFE einen fluoreszierenden Biosensor entwickelt, der Antibiotika- und Schwermetallbelastungen in Wasser effizient detektiert. Der Biosensor könnte dazu beitragen, auch schon geringe Verunreinigung frühzeitig zu erkennen. Die Leistung des Teams der LUH wurde bei dem internationalen iGEM-Wettbewerb 2024 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.
Ein Jahr lang haben Studierende der LUH aus den Studiengängen Biologie, Physik, Molekulare Mikrobiologie und Pflanzenbiotechnologie zusammen an dem Projekt „Hydro Guardians“ gearbeitet, das auf die dringende Problematik der antimikrobiellen Resistenz abzielt.

Der dabei entwickelte zelluläre Biosensor kombiniert Elemente aus prokaryotischen (ohne Zellkern) und eukaryotischen Zellen (mit Zellkern) und nutzt spezifische biologische Mechanismen zur Detektion: Eine Integration der sogenannten PASTA-Domain (ein Penicillin-bindendes Protein), ermöglicht die Erkennung einer bestimmten Gruppe von Antibiotika, während der Transkriptionsfaktor MTF-1 (Metal-responsive Transcription Factor-1) Schwermetalle wie Cadmium, Zink und Kupfer erkennt. Bei Bindung von Antibiotika aktiviert die PASTA-Domain eine Signalkaskade, die zu einem fluoreszierenden Signal führt, das wiederum die Anwesenheit dieser Schadstoffe deutlich macht. Für Schwermetalle wird die Reaktion durch die Aktivierung von Metall-Homöostase-Genen ausgelöst, was ebenfalls eine Fluoreszenz erzeugt und eine zuverlässige Messung ermöglicht.
Durch die Integration verschiedener spektroskopischer Messungen und eines umfassenden Modells, das die Wechselwirkungen zwischen Antibiotika, Schwermetallen und multiresistenten Bakterien in Gewässern simuliert, leistet das Team einen Beitrag zum Verständnis von Wasserbelastungen. Das mathematische Modell ermöglicht es, Parameter wie die Konzentration von Schadstoffen und Umweltfaktoren anzupassen, wodurch langfristige Auswirkungen der Wasserverunreinigung analysiert werden können.
Das Projekt fand jedoch nicht nur innerhalb des Labors statt: Das Team aus Hannover interviewte Expertinnen und Experten aus den Bereichen Abwasserbehandlung, Umweltmikrobiologie und Gesundheitswesen. Diese Zusammenarbeit unterstützte die Entwicklung eines praxisnahen und anwendungsorientierten Designs. Außerdem haben die Studierenden ein Buch für Kinder geschrieben, das das Bewusstsein für die Problematik der Antibiotikaresistenz bereits im Kindesalter stärken soll. Für ihre Arbeit wurden die Teammitglieder jetzt mit der iGEM-Goldmedaille ausgezeichnet.
Der iGEM Wettbewerb ist ein globales Event im Bereich der synthetischen Biologie, das Studierenden ermöglicht, innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Das Kürzel iGEM steht dabei für International Genetically Engineered Machine. Jedes Jahr kommen in Paris mehr als 450 Teams aus aller Welt zusammen, um neuartige Projekte vorzustellen, die weitreichende Lösungen für Herausforderungen im Bereich Gesundheit, Umwelt und Technologie präsentieren.
Diese umfassenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des LUH-Teams wurden von der Jury mit einer Goldmedaille für Exzellenz in der synthetischen Biologie gewürdigt. Darüber hinaus wurde das Team für die Entwicklung eines neuartigen antibiotikaempfindlichen Promoters für den „Best New Basic Part-Award“ nominiert. Besonders hervorzuheben ist auch die Leistung von Teammitglied Davin Höllmann, der beim iGEM Hackathon den zweiten Platz für die Entwicklung eines Human Practices Maturity Model Toolkits erzielte. Das Projekt wurde mit der Unterstützung der "Principal Investigators" Prof. Dr. Alexander Heisterkamp und PD Dr. Stefan Kalies, sowie den "Instructors" Lara Gentemann, Niklas Rüprich, Anna E. Seidler und Sören Donath realisiert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der AG Biophotonik des Instituts für Quantenoptik unterstützten die Studierenden in allen Projektphasen und ermöglichten ihnen die Nutzung der Labore der AG Biophotonik im NIFE.
Beteiligte am Projekt „Hydro Guardian“ waren folgende Studierende der LUH: Leon Kasperek, Lisa Marie de Sousa Miranda, Davin Höllmann, Jan Schimansky, Vanessa Bruhn, Jan Niklas Gelhoet, Jule Kiel, Lara Patyk, Emilie Baron, Aylin Talu, Céline Beckhausen, Kristina Bittroff, Nico Kowitz, Veronika Marx, Elena Zukina, Karlina Mundin, Jules Pourtawaf und Milena Müller.
Hier geht es zur Projektseite.
Text: Milena Müller

Internationale Zusammenarbeit in der Spitzenmedizin: Renommierter Chirurg Prof. Dr. Borys Todurov berichtet, wie Transplantationsprogramme in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen fortgeführt werden. In der MHH bildet er sich mit seinem Team fort.
Organtransplantationen können seit vielen Jahren Menschenleben retten und ihre Lebensqualität verbessern. Auch in der Ukraine gehören sie seit mehr als 20 Jahren zur medizinischen Versorgung. Im Jahr 2019 konnte der renommierte Chirurg Prof. Dr. Borys Todurov, Direktor des Kiew Heart Institute, die erste Herztransplantation in der Ukraine bei einem Kind vornehmen. Diese Entwicklung ist seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 stark gefährdet.
Noch bis zum 17. November 2024 ist Professor Todurov mit vier ukrainischen Fachärztinnen und -ärzten zu Gast im Transplantationszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), um sich zu chirurgischen Techniken und dem Einsatz moderner Geräte fortzubilden. An der MHH, einem der größten Transplantationszentren in Europa, gibt es umfangreiche Expertise zur Organkonservierung und der Transplantation von Herz, Lungen, Leber, Niere und Pankreas. Ein Teil der Organperfusionen werden auch im NIFE durchgeführt.

„Die Initiative der MHH zeigt, was möglich ist, wenn exzellente medizinische Forschung und humanitäres Engagement zusammenkommen“, sagt Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. „In einer Zeit, in der internationale Solidarität wichtiger denn je ist, setzt Hannover ein starkes Zeichen – für Wissenstransfer, für Zusammenarbeit und für den Zusammenhalt in Europa.“
Die Transplantationsprogramme in der Ukraine werden unter schwierigsten Bedingungen fortgeführt. Besonders betroffen ist die Herztransplantation, weil das Zeitfenster zwischen Organentnahme und Transplantation nur vier bis fünf Stunden betragen darf. „Kriegsbedingt können wir die Organe nicht mehr im Hubschrauber transportieren. Auf dem Landweg ist die Transportzeit für die Organe zu lang“, berichtet Professor Todurov. „Wir haben daher einige Sitze aus dem hinteren Teil eines Busses ausgebaut, um unsere schwerkranken Patientinnen und Patienten, unser Team und unsere Ausrüstung zum Spenderkrankenhaus zu bringen. Für die Intensivpflege bringen wir die Patientinnen und Patienten wieder zurück nach Kyjiw. Wir machen unsere Arbeit, auch wenn es gefährlich ist.“
„Für jede Operation reisen ein Fahrer, der Chirurg und zwei Assistenzärzte, zwei Anästhesisten, ein Perfusionist und eine Pflegekraft durch das vom Krieg verwüstete Land“, berichtet Professor Todurov weiter. „Da die Kliniken und Krankenhäuser im ganzen Land nicht über die spezielle Ausrüstung für eine Herztransplantation verfügen, bringt das Team Ausrüstung und Material mit. Der Bus bietet Platz für vier Boxen pro Dienst sowie für eine Bypass-Maschine, eine Herz-Lungen-Maschine, Wärme- und Kühlgeräte, Perfusionssysteme, Monitore und chirurgische Geräte.“
„Die Herztransplantation in Kriegszeiten ist eine enorme Leistung“, lobt der Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie Prof. Dr. Arjang Ruhparwar. „Professor Todurov und sein Team haben bereits 2020 unsere Klinik besucht und Erkenntnisse vor allem im chirurgischen Bereich der Herz- und Lungentransplantation, Intensivversorgung und Nachsorge erhalten. Inzwischen hat sich ein enger Kontakt mit der MHH sowohl auf klinischer als auch auf Forschungsseite ergeben, speziell mit dem Institut für Transplantationsimmunologie.“
Im Sommer drohte der Transportwagen kaputt zu gehen. Prof. Dr. Christine Falk, Direktorin des Instituts für Transplantationsimmunologie, organisierte eine Spendenaktion für einen neuen Wagen und fuhr den Bus persönlich mit einem humanitären Hilfstransport nach Kyjiw zum Heart Institute. „Aus unserem persönlichen Kontakt ist ein gemeinsames Forschungsprojekt entstanden, um die Transportzeiten der Spenderherzen zu verlängern und so den Transport der Patientinnen und Patienten zu vermeiden. Todurovs Team testet derzeit spezielle Kühlboxen für Blutprodukte für den Transport der Spenderherzen, die eine konstante und kontrollierte Kühlung ermöglichen. Die immunologischen Auswirkungen dieser Methode auf den Schaden im Herzgewebe durch den Transport erforscht mein Team.“
„Organkonservierung und -perfusion ist in der Transplantationsmedizin ein hoch aktuelles Thema“, erklärt Prof. Dr. Moritz Schmelzle, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie und Leiter des Transplantationszentrums. „Das gemeinsame Forschungsprojekt ist Teil der Exzellenzinitiative R-CUBE, in der es um Regeneration, Reparatur und Ersatz von Organen geht. Die Organkonservierung ist außerdem das zentrale Thema unseres Hannover Transplant Summit, das am 21. und 22. November 2024 im Medical Park stattfindet.“
Unterstützt wird der Besuch des Teams um Professor Todurov durch das MHH-Transplantationszentrum und die Volkswagen Stiftung.
Die Hilfslieferungen wurden unterstützt von Kolleginnen und Kollegen aus Kliniken in Hannover, darunter Dr. Martin Schott, Dr. Dirk Hahne, Dr. André Gottschalk, DIAKOVERE Friederikenstift, sowie durch Mariya Maksymtsiv und Pfarrer Roman Maksymtsiv aus der Gemeinde St. Wolodymyr in Hannover.
Das „Hannover Organ Transplant Summit 2024 – Current Trends in Translational Research“ findet am 21. und 22. November 2024 statt. Bei dem Symposium präsentieren Expertinnen und Experten der MHH sowie aus dem In- und Ausland aktuelle Forschungsergebnisse, unter anderem zu den Themen Transplant Oncology, Graft Remodeling und Xenotransplantation. Tagungsort ist die Rotunde im Medical Park Hannover.
Weitere Informationen: https://www.hannover-transplant-summit.org
Text: Inka Burow

Das Institute for Biomedical Translation (IBT) will biomedizinische Spitzenforschung in die klinische Praxis bringen. Dafür hat das IBT in der zweiten Förderrunde Anschubfinanzierungen in Höhe von mehr als 1,6 Millionen Euro vergeben. Neun Forschungsvorhaben haben an der Endrunde des Wettbewerbs um die Fördermittel teilgenommen, zwei Sieger kürte jetzt die Jury. Einer davon ist das Projekt Bacta Implants unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Verena Scheper, Wissenschaftlerin an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt sie Implantate für die Behandlung von Hörstörungen. Das Projekt wird vom IBT nun mit rund 770.000 Euro über zwei Jahre unterstützt. „Diese Förderung ermöglicht uns, eine klinische Studie durchzuführen, um beweisen zu können, dass unsere Idee funktioniert“, sagt PD Dr. Scheper. Auch MHH-Präsident Professor Dr. Michael Manns freut sich über den Erfolg: „Die Translation von klinischer Spitzenforschung in die Anwendung ist der Motor für eine bessere Krankenversorgung. Das IBT beschleunigt diesen Transfer als Inkubator durch die Start-up-Förderungen.“

Bacta Implants ermöglicht die gezielte Abgabe von Wirkstoffen in schwer zugängliche Bereiche des Körpers. Das erste Ziel der Plattformtechnologie ist die Bekämpfung von Hörsturz. Im 3-D-Druck mit einem Bio-Plotter entsteht dabei aus Silikon ein elastisches Implantat, das einen Wirkstoff gegen Hörverlust enthält und exakt auf die individuelle Patientenanatomie angepasst ist. Das Implantat lässt sich unter örtlicher Betäubung über einen kleinen Schnitt am Trommelfell direkt in die sogenannte Rundfensternische einsetzen, die das Mittelohr mit dem Innenohr verbindet. Bislang wird ein Hörsturz durch Tabletten oder durch Spritzen behandelt. Das Problem dabei ist, dass so nur geringe Anteile der eingesetzten Wirkstoffe ins Innenohr gelangen. Daher ist entweder die Heilwirkung zu gering oder die Dosis muss so hoch sein, dass unerwünschte Nebenwirkungen entstehen. „Beides kann durch unser Implantat vermieden werden, weil der Wirkstoff keinen Umweg nehmen muss und sich gezielt an der richtigen Stelle entfalten kann“, betont PD Dr. Scheper.
In individuellen Heilversuchen wurde das Rundfensternischen-Implantat (RNI) bereits wirksam an Patientinnen und Patienten nach einem Hörsturz erprobt. Doch bevor PD Dr. Scheper mit ihren beiden Kolleginnen aus der HNO-Klinik ein eigenes Unternehmen gründen und ihre innovative Entwicklung in die Anwendung bringen kann, muss das Team in einer klinischen Studie nachweisen, dass das RNI das Medikament tatsächlich an das Innenohr bringt. „Diese erste Studie ist Voraussetzung, damit wir eine Zulassungsstudie durchführen können“, sagt die Wissenschaftlerin. Nun freut sie sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen darüber, dass die Siegprämie aus dem IBT-Start-up-Wettbewerb ihnen diesen Nachweis finanziell ermöglicht.
An der zweiten Wettbewerbsrunde des Institute for Biomedical Translation (IBT) Lower Saxony haben jeweils drei Projekte der MHH, der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) teilgenommen. Neben dem Projekt Bacta Implants hat das HZI-Projekt PROTON die Jury überzeugt. Es entwickelt eine Technologie zur Verhinderung von gefährlichen bakteriellen Infektionen und erhält eine Förderung von rund 890.000 Euro.
Service:
Die Pressemeldung des IBT finden Sie hier.
Weitere Informationen erhalten Sie bei PD Dr. Verena Scheper, scheper.verena@mh-hannover.de.
Text: Kirsten Pötzke