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20 Kinder verbrachten am 25.04.2024 einen aufregenden Zukunftstag im Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik und Implantatforschung, wo sie faszinierende Einblicke in die Welt der Implantatforschung erhielten. So lernten die Schüler*innen unter anderem wie Zellen tauben Patienten helfen können, das Licht in die Zelle kommt und wie Blut besser konserviert werden kann.  Wie im letzten Jahr konnten wir auch dieses Mal wieder ein Angebot für ukrainische Schüler bereitstellen. Es war eine inspirierende Erfahrung für alle Beteiligten!

Von Bärbel Hilbig

Menschen mit Hörproblemen sind schnell isoliert, abgeschnitten von Gesprächen, auch weil die Umgebung vielleicht gar nicht von ihrer Einschränkung weiß. Wie Schwerhörige wieder oder einfach besser hören können, ist das große Thema der Forscherinnen und Forscher im niedersächsischen Exzellenzcluster „Hearing4all“, auf Deutsch „Hören für alle“. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) konzentriert sich dabei auf Verbesserungen rund um Hörimplantate.

Ein Beispiel: Cochlea-Implantate sind eine etablierte Technik, um Menschen mit mittelgradigem Hörverlust bis völliger Taubheit zu helfen. Die elektronische Hörprothese wird dafür operativ im Schädelknochen hinter dem Ohr eingebettet. „Der anspruchsvollste Schritt besteht darin, die anhängende Elektrode in die empfindliche Struktur im Innenohr einzuführen, damit sie dann frei in der Hörschnecke hängt“, berichtet Forschungsgruppenleiter Thomas Rau. Das muss sehr vorsichtig geschehen.

Sensor hilft bei der Operation

Denn bei einer minimalen Verletzung könnte der Patient sein Restgehör verlieren. „Manche Patienten entscheiden sich deshalb gegen eine Operation“, sagt Mitarbeiter Georg Böttcher-Rebmann.

Bisher müssen Chirurgen beim Einführen der dünnen und biegsamen Elektrode auf ihr Gefühl vertrauen. Der Widerstand, auf den sie reagieren müssen, ist allerdings kaum zu spüren. Georg Böttcher-Rebmann hat dafür ein Werkzeug mit Kraftsensor entwickelt, der die auf das Implantat wirkenden Kräfte misst. Der Prototyp wird jetzt in einer klinischen Studie mit Patienten getestet.

Vier prestigeträchtige Exzellenzcluster sind 2019 in Hannover gestartet.

Federführend beim Exzellenzcluster „Hearing4all“ ist die Universität Oldenburg, die MHH ist maßgeblich beteiligt, außerdem die Leibniz Universität. Allein in Hannover forschen 15 Arbeitsgruppen direkt im Verbund, weitere kooperieren. An der Leibniz-Uni entwickeln Chemiker etwa Beschichtungen für Cochlea-Implantate, die entzündungshemmende Medikamente speichern und nach der Operation freisetzen.

Bund und Land zahlen seit 2019 für sieben Jahre 55 Millionen Euro, davon gehen 23 Millionen nach Hannover. Die MHH hat seitdem außerdem fast 15 Millionen Euro zusätzliche Fördermittel eingeworben.

Quellenangabe: HAZ vom 02.04.2024, Seite 11 

Bild: Tim Schaarschmidt

Auf den Gesundheitswochen im Aufhof waren Arbeitsgruppen aus dem Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik und Implantatforschung präsent, um den Bürger:innen Einblicke in ihre Forschungsarbeit zu geben und Wissen zu vermitteln. Durch interaktive Präsentationen und informative Gespräche gelang es den Arbeitsgruppen, das komplexe Thema der Biomedizintechnik und Implantatforschung verständlich und greifbar zu machen. Die Besucher hatten die Möglichkeit, sich über neueste Entwicklungen und Technologien zu informieren und Fragen zu stellen, wodurch ein reger Austausch zwischen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit entstand. Die Veranstaltung trug dazu bei, die Bedeutung dieser Forschungsbereiche für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu betonen und das Verständnis dafür in der breiten Öffentlichkeit zu fördern.

Titelbild: ©Karin Kaiser/MHH

Am 30.1.24 fand sehr erfolgreich im NIFE die 3. Veranstaltung in der Reihe ´Digital Implant Innovation Forum´ eine Veranstaltung mit 12 Vorträgen zu allen Aspekten des Tissue Engineering´ (TE) sowie mit Poster-Veröffentlichungen einzelner Gruppen in und um das NIFE herum statt. 

Für den Vorstand des NIFE waren Prof. Holger Blume und Prof. Meike Stiesch anwesend, der Präsident der MHH, Herr Prof. Manns, sprach mittags ein Grußwort, indem er die multidisziplinäre Forschungsarbeit des NIFEs und insbesondere den Wert für die hochqualitative Nachwuchsausbildung an Wissenschaftlerinnen hervorhob. Das TE unterliegt letztlich denselben „harsh conditions“ wie menschliche oder auch tierische Transplanate, mit hohen Qualitätsanforderungen in Hinblick auf die Funktion, Strategien zum Funktionserhalt und zur immunologischen Verträglichkeit beim Empfänger, hierzu gab es einige Übersichts-Vorträge. In der sehr erfolgreich und dicht gestalteten Veranstaltung kamen außerdem Themen aus der Grundlagenforschung zu neuen Möglichkeiten der autologen Zellgewinnung und – expansion aus verschiedenen Körperzellnischen und zur immunogenen Maskierung zur Vermeidung von Abstoßungen zur Sprache, aber auch ganz innovative Möglichkeiten des Sauerstoff- oder pH-Monitorings im oder am Gewebe, sowie ganz neue Implantatkonzepte wie Carbonanotubes zur Herzmuskelunterstützung oder zum Energy Harvesting im Körper. Einige der vorgestellten Neuentwicklungen könnten möglicherweise einen Quantensprung in der Herstellung von Implantaten ermöglichen, wie z. B. der hochaufgelöste 3D-Druck bei der Scaffoldproduktion, gestützt durch die technischen Entwicklungen bei Bioprinterherstellern und durch intelligente ingenieurwissenschaftliche Innovationen. Das Forscherteam im NIFE kam in engeren Austausch mit anderen Forschern aus LUH und MHH sowie der TU Dresden und mit Vertretern kleinerer, aber auch größerer Firmen. In einer spannenden Podiumsdiskussion wurde zusammen erörtert, wie Ergebnisse aus den Forschungsaktivitäten zum TE in Deutschland und in Europa rasch in den industriellen und klinischen Transfer zu bringen sind und welche Hürden, auch finanzieller Art,  es hier zu überwinden gibt. Abschließend wurden die eingeladenen Podiumsteilnehmer aufgefordert, ihre Motivation zum Transfer von neunen TE-Produkten in Industrie und Klinik für die R&D Community  auf einen Punkt zu bringen. Beispielhaft dafür war das sinngemäße Zitat von Dr. Teepe,  CellTro, (Spin-Off, Dresden) genannt „Think big – and never give up!“.

Wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung dieser Reihe die für den Herbst 2024 geplant ist.

Mann erhält individuell mit 3D-Drucker angefertigtes Implantat, das zudem Medikamente abgibt

Erstmals hat die HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einen erwachsenen Patienten mit einem individuell angepassten Implantat für den äußeren Gehörgang versorgt. Das Implantat ist im 3D-Druck hergestellt und zusätzlich so konzipiert, dass es kontinuierlich und lokal einen Wirkstoff freisetzt, um die Heilung zu beschleunigen. „Wir haben damit die Tür geöffnet zu einer neuartigen und zukunftsweisenden Patientenversorgung“, erklärt HNO-Klinikdirektor Professor Dr. Thomas Lenarz. Die MHH ist die weltweit erste Klinik, die ein Implantat auf die individuelle Anatomie des Patienten angepasst mit dem Desktop Health 3D-Bioplotter herstellt und durch Wirkstoffzugabe funktionalisiert hat. 

Der nun damit versorgte Patient litt an einer wiederkehrenden Verengung des Gehörgangs, die mehrfach operativ versorgt wurde, ohne den gewünschten Erfolg zu zeigen. Das jetzt eigens hergestellte Implantat ermöglicht sowohl eine Stentfunktion als auch eine Medikamentenabgabe. „Die erste Nachkontrolle ist schon sehr vielversprechend verlaufen“, berichtet PD Dr. Verena Scheper, deren Team der Pharmakologie des Innenohres der HNO-Klinik das Implantat entworfen und mit dem 3D-Bioplotter Manufacturer Series hergestellt hat. 

Individuell angepasst mit dem Desktop Health 3D-Bioplotter: das Hörgangsimplantat. Copyright: Desktop Health.

Bei dieser Versorgung handelt es sich um einen individuellen Heilversuch, da der Patient mit konventionellen Möglichkeiten austherapiert ist. Die Finanzierung wird durch die motivierte HNO-Klinik getragen.

Die HNO-Klinik der MHH ist international bekannt für das weltweit größte Cochlea-Implantat-Programm zur Versorgung schwerhöriger Patientinnen und Patienten. Bereits 1984 wurde hier die erste CI-OP durchgeführt. 2003 wurde das Deutsche HörZentrum Hannover eröffnet. Bis heute hat die Klinik mehr als 11.111 Betroffene mit einem Cochlea-Implantat versorgt. Weitere Schwerpunkte bestehen im Bereich der Hörgeräteversorgung und deren Weiterentwicklung, der Früherfassung kindlicher Schwerhörigkeit, der Diagnostik und Behandlung von Innenohrschwerhörigkeiten einschließlich Tinnitus.

Text: Daniela Beyer

Veröffentlicht unter: https://www.mhh.de/presse-news/mhh-setzt-weltweit-erstes-innovatives-implantat-in-gehoergang-ein

Im Rahmen des diesjährigen Knowember der Wissenschaft veranstaltete das NIFE und der Sonderforschungsbereich SIIRI eine interessante Reise durch die faszinierende Welt der Biomedizintechnik und Implantatforschung. Die Besucher erlebten erkenntnisreiche Einblicke, tauchten tief in innovative Forschungsprojekte ein und erfuhren mehr über die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet. Die  Veranstaltung war äußerst erfolgreich, und die positive Resonanz der Teilnehmer spiegelt die Begeisterung für die wegweisenden Arbeiten  der Forscher*innen im NIFE wieder.

Wir freuen uns auf den Knowember der Wissenschaft 2025,  NIFE und SIIRI sind wieder dabei!

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